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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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531 gewöhnlichen Literatursprache zumeist nur durch die Erweichung oder Verhärtung gewisser Laute unterscheidet. Außer diesem rein magyarischen Schlage, der nicht nur den Kern, sondern die große Mehrheit der Comitatsbevölkernng, nämlich etwa 190.000 von 221.000 Seeleu, ausmacht, wurden nach Abschüttluug des türkischen Joches meist niederösterreichische Deutsche und Oberländer Slovaken in einzelnen westlichen Gemeinden des Comitats angesiedelt, während einige Ortschaften an der Donau und auch Stuhlweißenburg Serben aufnahmen. Gegenwärtig leben da etwa 26.000 Deutsche, die meist den nieder- österreichischen Dialect sprechen, aber blos 2700 Slovaken und 2100 Serben. Auch diese haben sich übrigens die ungarische Sprache schon angeeignet. Die Serben von Stuhl- weißenburg verstehen gar nicht mehr Serbisch und lassen nicht einmal durch Sitten und Tracht erkennen, daß sie verschmolzenes Fremdvolk sind. Die Volkstracht zeigt in den einzelnen Theilen des Comitats wesentliche Verschieden- heiten. Vor Allem weicht die Tracht der größtenteils ackerbautreibenden unteren Volks- classe in Stuhlweißenburg von der der Bevölkerung im übrigen Comitat ab. Die Männer tragen bis an die Knie reichende, am unteren Theil des Schaftes gefältelte, wohlgewichste Stiefel mit sehr hohen Absätzen und abgerundeter Spitze, ungarische Hosen von weitem Schnitt, unverfchnürte Dolmänys und Westen, an Feiertagen seidene Westen mit großen Silberknöpfen von venetianisch durchbrochener Arbeit, dazu hohe, oben breit ausgeschweifte, unten rund anfgekrämpte Hüte mit aufgeworfenem Seidenstrich. Die Frauen haben nicht allzu kurze Stoff- oder Seidenröcke und bis an die Taille reichende, vorne offenstehende Tuch- oder Stoffjacken; sie lieben es durch die Menge der übereinander gezogenen Röcke zu prunken und so manche Frau hat deren fünfzehn gleichzeitig am Leibe. „Pärta" (Juugferukranz) und Haube sind unbekannt; die Frauen binden sich zur Festtracht farbige, die bejahrteren schwarze Seidentücher um den Kopf, während die Mädchen im Sommer und Winter barhaupt gehen. Die Volkstracht auf dem flachen Lande unterscheidet sich von der in Stuhlweißenburg darin, daß die Stiefel der Männer kürzer, am Schafte gefältelt und an den Absätzen mit Hufeisen beschlagen, die Dolmänys und nicht selten auch die Westen verschnürt sind und als Kopfbedeckung ein Rundhut mit schmaler Krampe dieut, die Frauen aber keine solche Verschwendung an Röcken treiben. Die Tracht der Deutschen und Serben unterscheidet sich von der magyarischen nur durch breitere Krämpeu ihrer Hüte. Das Volk kleidet sich im Allgemeinen nett und reinlich, ja sogar mit auffallender Wohlhäbigkeit; einen blauen oder grauen Tuchanzug, eine „Bnnda" (Schafpelz) oder wenigstens einen Szür (Loden- mantel) besitzt jeder irgend bessere Mensch. Im Winter trägt man an Wochentagen pelzgefütterte Lederkleider und im Allgemeinen statt des Hutes eine rauhe Fellmütze,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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