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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 540 -
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540 und hauptsächlich weil die staatlichen Pferdezuchtanstalten dein Gebiete dieses Comitates edlere Hengste zutheilen. Seitdem die Schafzüchtereien nahe daran sind, ihre Rolle ausgespielt zu haben, änßert sich die Vortrefflichkeit der Landwirthschaften im Weißenburger Comitat nicht durch die Viehzucht. In der Viehzucht verräth sich die höhere Intelligenz der dortigen Landwirthe hauptsächlich dadurch, daß sie ihre Thiere richtig füttern und halten, nud die intensivere Wirthschaft äußert sich in der Einstellung und Pflege, wie namentlich auch iu der Ernährung derselben. Selbst der kleinste Landwirth ist hinsichtlich dieser Forderungen der rationellen Viehzucht im Reinen. Was den Landwirthschaften im Weißen- burger Comitat ihr höheres Niveau gibt, was die höhere Intelligenz bekundet, das ist die zweckmäßige und systematisch gute Cultur der Felder. Anch der einfache Bauer hält einen geordneten Fruchtwechsel ein; er pflügt, bearbeitet, düngt sein Feld gnt; er folgt in Allem dem Beispiel der großen Wirthschaften; gleich diesen, nützt er feine Äcker bei systematischer Wechselwirthschaft im höchsten Grade, aber stets mit Schonung der Productiouskraft aus. Und was die Weißeuburger Landwirthschaften besonders in Vortheil setzt, das ist das gute, fachkundige, seinem Berufe lebende Gesinde. Wechsel der Dienstleute ist selten, auf den größeren Herrschaften fast unbekannt; die meisten land- wirthfchaftlich Bediensteten verbringen ihr ganzes Leben auf einem Platze, bei einer Aufgabe. Die in den meisten Comitaten gebräuchlichen Verschiebungen kommen hier selten vor. Wo und wie es Einer begonnen, ebendort und ebenso trachtet er auch es zu vollenden. Der Kutscher bleibt Kutscher, der Knecht Knecht; darin liegt der Schlüssel der Thatsache, daß für jede Beschäftigung ihr eigener fachgeübter Mann vorhanden ist. Dasselbe gilt von den Leitern der Landwirthschaften, den Wirthschaftsbeamten. Auch sie bleiben ständig im Dienste eines Landwirthes auf einer Landwirthschaft. Die Fälle, daß auf einer Herrschaft die Mitglieder der nämlichen Familie durch zwei und mehr Generationen als Wirthschaftsbeamte wirken, sind nicht selten. Dies bringt den großen Vortheil, daß der Wir'thschaftsbeamte und seine Familie ihr ganzes Leben gleichsam mit der Wirthschaft verknüpfen, sie kennen den Boden, dessen Eigenschaften, die gesammten Verhältnisse, das Arbeitervolk, was Alles in gesteigertem Maße zur Hebung der Ertrags- fähigkeit beitrügt. Das Weißenburger Comitat gehört zu den ältesten bewohnten Gebieten des Landes. Unsere ersten bestimmten Daten stammen ans der Zeit der Römer, die es am Ende des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt besetzten. Das Comitat gehörte zu Pannouieu und war durch zwei Reihen römischer Colonien besiedelt, die es, von Aquincum ausgehend, in südlicher Richtung durchzogen. Eine Zeit lang bildete sein nordwestlicher Strich einen Bestandtheil Ober-Paunoniens, während der östliche Strich zu Unter-Pannonien gehörte;
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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