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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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Page - 541 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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541 zu Anfang des dritten Jahrhunderts jedoch wurde das ganze Comitat zu Unter-Pannonien und nach der am Ende des dritten Jahrhunderts erfolgten Zweitheilung desselben zu Valeria geschlagen. Die römischen Niederlassungen bildeten eine Reihe längs der Donau und eine zweite in anderer Anordnung mitten durch das Comitat. Durch den an der Donau gelegenen Strich zog die alte Römerstraße von Altofen nach Esseg hinab, noch jetzt in ihren Überbleibseln erkennbar und zum großen Theile immer noch als Land- straße benützt. Römerfunde sind auf dem ganzen Comitatsgebiete häufig und bekunden nnwider- leglich, daß dasselbe zu den Gegenden gehörte, wo die römische Bevölkerung am dichtesten beisammen wohnte. Dies ist übrigens auch durch seine Lage an der damaligen Grenze gerechtfertigt, wo ja mit den einbrechenden Völkerschaften Jahrhunderte lang um Pannoniens Besitz gekämpft wurde. Im vierten Jahrhundert finden wir hier noch die I. und II. römische Legion, als aber Ärpäd einrückte, war das Comitat schon im Besitze einzelner Volksstämme von slavischem Ursprung. Unter den Königen aus Ärpäds Hause und später unter denen aus gemischten Häusern, insbesondere während Sigismnnds Herrschaft, war das Comitat häufig der Schauplatz von Parteikämpsen, welche ganze Ortschaften vernichteten; als damaliger Mittelpunkt des Landes sah es jedoch auf jede Verheerung alsbald die Wiedergeburt folgen, da die Besitzungen im Comitate stets in die Hände der mächtigsten Familien gelangten. An dem Rande des völligen Unterganges sah sich das Comitat erst nach dem Jahre 1543, als die Türken Stuhlweißenburg eroberten und dann nicht nur die Ort- schaften des Comitatsgebiets zerstörten, sondern auch das Comitat als solches aufhoben und dessen Gebiet geviertheilt den vier Sandschakschaften des Pascha's von Ofen — denen von Ofen, Weißenburg, Simontornya und Szegzard — angliederten. Während der nahezu anderthalb Jahrhunderte der Türkenherrschaft zerstreute sich auch ein großer Theil der im Comitat ansässigen Grundbesitzerclasse und erschien nur zeitweise in dessen Bereiche, persönlich oder in der Person eines Vertreters, um von den Leistungen der Hörigen soviel, als sich eben eintreiben ließ, in Empfang zu nehmen. Die Bevölkerung des Comitats hatte damals zwei Lasten zu tragen, denn sie zahlte einerseits die ihren Grundherren zukommende Steuer, aber sie hatte auch für die systemisirten Leistungen an die Sandschak- schaften aufzukommen. Unter dieser doppelten Belastung und den nebenher laufenden, immer wieder ausbrechenden blutigen Kämpfen und Verheerungen, schmolz die Bevölkerung zusammen, die Ortschaften standen mit der Zeit unbewohnt da, ja unzählige der ehedem blühendsten Gemeinden verschwanden völlig. Jene Pußtenbesitzungen, die jetzt im nörd- lichen und besonders im nordwestlichen Theile des Comitats als einzelnen Gemeinden
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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