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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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564 während über die Wölbungen der Kuppen dunkler Laubwald seine Schatten breitet. Und die Theile dieses heiteren, mannigfaltigen Bildes sind durch breite Alleen, welche die Herrschaft durchziehen und deren jede an sich schon ein Meisterwerk der Banincultur darstellt, wie durch Bänder untereinander verknüpft. Unvergleichlich ist eine Allee von k'Iatanus orientalis und Kymnoeiackus canuckensis oder eine Allee von lauter ^u^Ians ruAi-a amelicarm; eine Lindenallee, welche sämmtliche Lindenarten in mächtigen Pracht- exemplaren vereinigt, wird selbst der Fachmann höchlich bewundern. Blos im nordöstlichen Theile der Herrschaft, bei der Szent Györgyer Meierei, treten jene kahlen Berge und steilen Felswände auf, die sich aus der Gemarkung der Nachbargemeinde Sösknt herüberstrecken und einen Sandstein liefern, der als Söskuter Stein allbekannt die Hauptstadt mit ihrem besten Baumaterial versorgt. Das idyllische Bild erhält noch eine harmonische Ergänzung durch die feinen Merinoheerden, welche die znr Weide bestimmten Abhänge beleben, und durch Heerdeu von Jnnthaler und besonders Simmenthaler Kühen, die sich durch Exemplare von seltener Gleichmäßigkeit des Typus auszeichnen, einen großen Theil des Saatfutters nutzbar machen und der hochentwickelten Viehzucht, sowie dem großen Milchreichthum der Domänen das beste Zeugniß ausstellen. Und doch ist all diese Schönheit kein Geschenk der Natur, sondern die Frucht der Arbeit, Fachkundigkeit und des Geschmacks, das Ergebniß der Schöpferkraft eines hochgearteten Geistes. Der unvergeßliche Palatin Erzherzog Josef hatte, als er im Jahre 1819 diese Herrschaft vom Religionsfonds im Tauschwege übernahm, nur öde Hügel, einen aus- gepumpten Boden und großentheils sogar Flugsand vorgefunden. Wo einst Wälder gestanden, wucherte blos wildes Buschwerk, vom weidenden Vieh benagt; der überwiegende Theil der Domäne bestand aus schwacher Weide, die Äcker betrugen nur 1900 Joch, wovon 600 Joch iu häuslicher Weise mittelst Robotarbeit bewirthschaftet wurdeu, während 1300 Joch in Halbtheilwirthschaft an die keineswegs besonders wohlhabenden Bewohner der Gegend vergeben waren. Der schöpferische Geist des Palatins brachte die große Umgestaltung zuwege, änderte das Gesicht der Natur, der Gegend und schuf — auch auf diesem Gebiete vorbildlich für seine Nation — nicht nur seiner Familie ein unvergleichlich gemüthliches Heim und der vaterländischen Landwirthschaft ein mustergiltiges Beispiel, sondern er ließ seine segnende Hand besonders auch das Volk dieser Scholle fühlen, das durch die fortgesetzte väterliche Fürsorge der erzherzoglichen Familie aus der früheren Verwahrlosung zu einer hohen Stufe des Wohlstandes aufstieg. Alcsüth insbesondere verdankt dem Palatin und dessen Sohne, dem Erzherzog Josef seinen heutigen Wohlstand und Fortschritt, seine öffentlichen Anstalten, darunter eine Feuerwehr ersten Ranges, eine in mancherlei Richtung entwickelte Industrie,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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