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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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Page - 572 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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572 Industrie und lebhaftem Handel. Es ist der Haupt-Verbindungsort zwischen der Insel Csepel und dem Weißenburger Comitat und Adony selbst ist mit Stuhlweißenburg durch zwei Straßenzüge verbunden. Der eine vereinigt sich bei Käpoluäs-Nyek mit der Budapest- Stuhlweißenburger Landstraße, der andere führt über die Gemeinde Seregelyes gerade- aus nach Stuhlweißenburg. Die einst waldbedeckten Strecken weisen jetzt die schönsten Landwirthschaften auf und Adony ist gegenwärtig der Verwaltungssitz einer der größten und auch besten Herrschaften; es ist Eigenthum des Grafen Ferdinand Zichy. Diese Domäne nimmt durch ihre fortgeschrittene Landwirthschaft und Viehzucht, besonders aber auch durch ihr englisches Gestüt, das in der Erzielung von gewählter Form, wie von edlem Blut eines der ältesten und auch größten Gestüte im Lande ist, unter den Landwirthschaften Ungarns einen ersten Platz ein. Unter den Donau-Ortschaften unterhalb Adouys sind noch Räcz-Almäs und Dnna-Pentele hervorzuheben; jenes liegt auf eiuer schönen Höhe, dieses in anmuthiger Gegend und zum Theil auf den Resten einer römischen Stadt. Beide Orte bieten die schönste Aussicht auf den unteren Theil des Weißenburger und einen großen Theil des Tolnaer Comitats, dann auf den Lauf der Donau und das gegenüberliegende Pester Comitat. Landwirthschaft und Donauhandel sind in beiden entwickelt, ihre guten Weine waren früher weithin gesucht, unter ihren Einwohnern gibt es zahlreiche Donaufischer. Zwischen den zwei Ortschaften lag einst die Gemeinde Szigetsö, auch Tikus genannt, deren Kirche an einer noch jetzt als Szent Kut (heiliger Brunnen) bezeichneten Stelle stand. Ihre Überfuhr wurde schon zur Zeit Stefans des Heiligen benützt, später auch von König Salomon, als dieser aus der Mogyoröder Schlacht (1074) «ach dem Lande jenseits der Donau entfloh. Dnna-Pentele ist mit dem Comitatssitz durch eine über Nagy-Perkäta und Seregelyes führende Landstraße verbunden. Nagy-Perkäta ist eine beträchtliche Ortschaft auf der fruchtbarsten Hochebene des Comitats. Es hat blühenden Ackerbau und soll den „stählernsten" Weizen dieses ohnehin weizenberühmten Comitats erzeugen. Es ist der Sitz einer ausgedehnten Herrschaft, die sich durch ihre Merinozucht von seltener Schönheit auszeichnet; die Herrschaft gehört der weiblichen Linie der gräflichen Familie Györy. Seregelyes war in früherer Zeit gleichfalls Mittelpunkt einer großen Herrschaft, die aber jetzt unter mehrere Mitglieder des gräflichen Hauses Zichy vertheilt ist. Die Bevölkerung treibt Ackerbau. Am Rande der Ortschaft steht, an einen alten Eichwald gelehnt, ein großes Schloß mit ausgedehntem Park.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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