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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Volume 19
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220 fand nicht die nöthige Unterstützung, und zum Könige von Polen wurde der Kurfürst von Sachsen als August II. gewählt, nachdem er sich vom lutherischen Glauben losgesagt und den katholischen angenommen hatte. Der neue König besaß eine wirkliche Hausmacht und ein wohlorganisirtes, wenn auch nicht zahlreiches Heer; auf diese Kräfte gestützt, versuchte er aus Polen ein erbliches und absolutes Königreich für seine Dynastie zu machen. Unter dem Vorwande des Krieges mit der Türkei kam das sächsische Heer nach Polen. Als aber im Jahre 1699 infolge der vom Prinzen Eugen von Savoyen über die Türken erfochtenen Siege der Friede von Karlowitz zustande kam, verließen die Türken die Festung Kamieniec und überhaupt das polnische Gebiet. Das sächsische Heer wurde nunmehr nach Lithauen geführt, wo das mächtige Geschlecht der Sapieha einen Bürgerkrieg angefacht hatte. Die Sapieha wurden geschlagen und der König schickte sich an, seine Pläne durchzuführen. Indessen begann der nordische Krieg zwischen Karl XII. von Schweden und dem Czar Peter dem Großen. August II. nahm für Peter Partei und zog infolge dessen Poleu in einen Krieg hinein, in welchem dasselbe nichts zn gewinnen hatte. Karl XII. wandte sich gegen Polen, und da der Krieg mit Schweden beim Adel äußerst unpopulär war, fand Angust II. von Seite der Polen keine Unterstützung, wurde mehrmals geschlagen nnd in dem Frieden von Altranstadt 1706 zur Abdankung gezwungen. Unter dem Einflüsse Karls XII. wurde der Wojwode von Posen S t a n i s l a u s Leszczyuski zum Könige gewählt. Doch ereilte Karl XII. im Jahre 1709 die Niederlage bei Poltawa, infolge deren Augnst II. den polnischen Thron wieder erlangte. Als er aber an die Verwirklichung des beabsichtigten Staatsstreiches schritt, verband sich der seine Freiheiten vertheidigende Adel zur Konföderat ion von Tarnogrod (1715) und rief, von der Übermacht August II. bedroht, den Czar Peter den Großen zu Hilfe. Peter folgte dem Rufe, rückte in Polen ein und dietirte dem polnischen Könige einen Frieden, welcher im Jahre 1717 ans dem sogenannten Pacisieationsreichstage zum Gesetze erhoben wurde. Ständige Steuern und stehendes Heer bildeten an diesen Beschlüssen das Gute, aber sowohl das Ausmaß dieser Steuern, als auch die Anzahl des Heeres wnrde derart beschränkt (bis auf 20.000 Mann), daß es kaum zur Erhaltung der inneren Ordnung, nicht aber zur Vertheidigung des Reiches ausreichen konnte. Polen war seit diesem Reichstage zu vollständiger Ohnmacht vernrtheilt und behielt eigentlich nur einen Schein von Selbständigkeit. Der russische Einfluß gewann seitdem die Oberhand und wurde mir dadurch in Schranken gehalten, daß andere Mächte, vor allem Österreich nnd Frankreich, später auch Preußen es nicht gestatteten, Polen in eine russische Provinz zu verwandeln. Der lange Friede, welcher nnn Polen zntheil wurde, erschien als ein Trost nach den vielen äußeren Kriegen und inneren Kämpfen, die es bis jetzt zu bestehen hatte; auch die Tatareneinfälle hörten auf,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Volume 19
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Galizien
Volume
19
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1898
Language
German
License
PD
Size
16.48 x 22.34 cm
Pages
920
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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