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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Volume 19
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Page - 227 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Volume 19

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227 die Erziehung in seiner Hand hatte, im Jahre 1773 aufgehoben wurde. Das gesaminte Unterrichtswesen wurde nun vom Staate organisirt und geleitet. Volksschulen in größeren Städten, einige Gymnasien und die von Josef II. im Jahre 1784 gegründete Universität i n Lemberg vermittelten die Bildung.Die Unterrichtssprache war die deutsche, theilweise die lateinische, der Unterricht war hauptsächlich auf die Heranbildung von Beamten berechnet. Die so organisirte Verwaltung verbürgte wohl dem Lande äußere Ordnung und inneren Frieden, war aber nicht darnach angethan, die natürlichen Kräfte des Landes und seiner Bevölkerung zu heben und dieselben, sei es in wirthschaftlicher, sei es in kultureller Beziehung zu entwickeln. Die durchgeführte Ordnung der bäuerlichen Verhältnisse blieb auf halbem Wege stehen, so sehr sie auch den Bauern zugute kam, und verursachte unliebsame Reibungen zwischen den beiden im Lande dominirenden Gesellschaftsclassen. Der Bureau- kratie, der die Rolle eines Schiedsrichters zwischen diesen Ständen zugefallen war, räumte Medaille auf die Gründung der Lemberger Universität. sie zwar eine fast unbeschränkte Machtvollkommenheit ein, bürdete ihr aber eine Aufgabe auf, welcher diese auf die Dauer nicht gewachsen war. Die Regierungspolitik Josefs II., welche in den österreichischen Erbländern vielfach Mißmnth uud Opposition hervorrief, war auch nicht geeignet, das neu erworbene Land an die Monarchie durch mehr als äußere Baude zu knüpfen. Diese Thatsache entging nicht der Einsicht Leopolds II., welcher seinem Bruder Josef auf dem Throne folgte und Galizien gegenüber eine andere Politik beobachtete. Gleich nach seinem Regierungsantritte knüpfte er mit hervorragenden Persönlichkeiten unter dem galizischen Adel Verhandlungen an, welche den Zweck hatten, die Wünsche des Landes möglichst zn befriedigen nnd die galizischen Polen dauernd an Österreich zu fesseln. Das von den galizischen Delegirten vorgelegte Projeet einer besonderen Verfassung für Galizien bildete auf Befehl des Kaisers den Gegenstand eingehender Prüfung im Schoße der Regierung und gewann nach mehrmaliger Umgestaltung eine immer coneretere Gestalt. Die absolute 15*
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Volume 19
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Galizien
Volume
19
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1898
Language
German
License
PD
Size
16.48 x 22.34 cm
Pages
920
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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