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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Volume 19
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Page - 646 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Volume 19

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646 Romane gleichsam als Fortsetzung des ersteren, ?otc»p (Flut) und den Herrn Woiodyjowski erscheinen, in denen zum Theil dieselben Figuren auftraten, und die von den competentesten Kritikern (wie Julian Klaezko) dem ersteren gleichgestellt wurden. Unmittelbar danach warf sich Sienkiewiez mit erstaunlicher Elasticität aus ein völlig neues Feld, indem er in seinem Ohne Dogma das Pnbliknm mit einer tiefen, geistreichen psychologischen Studie der modernen Gegenwart überraschte. Auf den willenlosen, lebensunfähigen, ästhetisch zu rafsinirten, moralisch marklosen Helden des genannten Romans folgte in der soeben zu Ende gebrachten Famil ie Potanieeki eine treffliche Bildergallerie, in welcher gesunde, normale, thatkräftige Naturen im Gegensatze zu allerlei Schwächen und Krankheiten unserer Zeit auftreten. Soeben hat Sienkiewiez das t>uc» vadis, eine Erzählung aus Neros Zeiten, vollendet, dessen Ausführung ein wahrhaftig überraschendes, stets im Wachsen begriffenes Talent bezeugt. Unter den Romanschreibern der Gegenwart ist nach Sienkiewiez Elise Orzeszko am bedeutendsten. Eine eigenthümliche Erscheinung ist Gras Albert Dziednszyeki, dessen Leistungs- fähigkeit und Wißbegierde die verschiedensten Wissensgebiete umspannt. Er übersetzt Sophokles, behandelt in seinen „Briefen aus dem Lande" alle möglichen Fragen des gegenwärtigen politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens und findet daneben noch Zeit, Romane und Gedichte zu schreiben. Alles, was er schreibt, zeugt von ungewöhnlicher Begabung und schriftstellerischem Talent, nur daß diese Begabung eben zu umfassend und daher seine Wirksamkeit etwas zerstreut ist. Als ein originelles Talent ist der auf dem Landsitze Kalinöw bei Sambor wohnhaste Heinrich Lisicki zu nennen. Sein reizbares Temperament, seine schneidige und malieiöse Schreibart läßt ihn zuweilen einseitig und voreingenommen erscheinen; als Intelligenz und Talent aber ragt er unstreitig hervor. Das erste und zugleich das einseitigste seiner Werke war eine vierbändige Studie über den Marquis Wielopolski (1879). Diesen« folgte ein Leben Anton Sigmnnd Heleels (1882), ruhiger im Tone, daher auch vollkommener in der Ausführung. Einige Studien aus der Geschichte des gegenwärtigen Jahrhunderts, und zwar Fürst Metternich und Fürst Tal leyraud auf Grund der veröffentlichten Memoiren, dann Napoleon III. in seinen Beziehungen zu I t a l i en sind ganz ausgezeichnete Leistungen. Im Lustspiel hat zwar der große Fredro keinen ebenbürtigen Nachfolger gefunden; es tauchen aber neue und verschiedenartige Talente auf. In der ernsten, hie und da zum bürgerlichen Drama neigenden Comödie wäre Josef Narzymski (gestorben 1873) nnd Josef Blizinski (gestorben 1893), von den Lebenden Kazimir Zalewski (in Warschau) zu erwähnen. Johann Alexander Fredro (gestorben 1891) hatte wohl nicht das ganze Talent
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Volume 19
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Galizien
Volume
19
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1898
Language
German
License
PD
Size
16.48 x 22.34 cm
Pages
920
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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