Page - 446 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Volume 22
Image of the Page - 446 -
Text of the Page - 446 -
446
Tabakbau dienen, sondern alljährlich anch Millionen von Setzlingen vorzüglichster Sorten
an die Pflanzer unentgeltlich vertheilen.
Welche Steigerung die Production des Tabaks erfahren hat, geht daraus hervor,
daß 1880 in der Hereegovina nur 8774 Meterceutuer Tabak um den Betrag von
635.516 Gulden, in Bosnien nur 1762 Metercentner um den Betrag von 70.563 Gulden
eingelöst wurden, während im Jahre 1898 in der Hereegovina bereits 26.987 Meter-
centner um den Betrag von 1,368.644 Gulden und in Bosnien 6387 Metercentner um
den Betrag von 196.568 Gnlden zur Einlösung gelangten.
Seit dem Bestände der Regie sind bis inclusive 1898 in der Hereegovina
389.437 Metercentner und in Bosnien 91.634 Metercentner Tabak abgeliefert und
hiefür in der Hereegovina 18,433.333 Gulden, in Bosnien 2,828.817 Gulden, daher
zusammen 21,262.150 Gulden bezahlt worden. Zahlreiche Gemeinden der Bezirke Mostar,
Trebinje uud Ljubuski produciren Tabake, welche den besten macedonischen Marken weder
an Zartheit der Strnctnr des Blattes, noch an Feinheit des Aromas nachstehen.
Die ottomanische Regierung übte auf die Tabakfabrikatiou keinen Einfluß aus;
dieselbe konnte von Jedermann betrieben werden. Zur Zeit der Occupatio« befanden sich
in Bosnien und der Hereegovina 68 Fabrikanten, welche mit primitiven Handschneide-
maschinen (Havans) im Ganzen vier Rauchtabaksorten erzeugten.
Nach Einführung des Tabakinonopols wurde im Herbst des Jahres 1880 von der
Landesverwaltung die Tabakfabrikation in Angriff genommen und in Sarajevo mit drei,
in Mostar mit zwei Hainburger Schneidmaschinen begonnen. Um dem steigenden Bedarf
zu entsprechen, mußten diese Aulagen in rascher Aufeinanderfolge vergrößert werden, und
schon 1882 ist der Dampfbetrieb installirt worden. Da diese zwei Fabriken ungeachtet der
fortwährenden Ausdehnung in baulicher und technischer Beziehung sich noch immer als
unzulänglich erwiesen, wurde im Jahre 1888 eine dritte Tabakfabrik in Banjaluka und
im Jahre 1893 eine vierte in Travnik errichtet. Gegenwärtig fnnetioniren bei den vier
Fabriken fünf liegende Bajonnet-Dampfmafchinen mit 76 Pferdekräften, und im Jahre
1898 wurden 19.635 Metercentner Tabak gegen 2605 Metercentner im Jahre 1881
verarbeitet. Die Eigarettenfabrikation, womit 1882 mit einem Erzeugungsquantum von
505.000 Stück begonnen wurde, stieg im Jahre 1898 auf 38,612.000 Stück.
Die zunehmenden Fortschritte in der Bodenbearbeitung gestatteten der Landes-
verwaltuug, allmählich auch die Einführung solcher Culturpflanzen zu versuchen, welche
bis dahin im Lande gänzlich unbekannt waren. So wurden 1888 und 1889 in den
Bezirken Dolnja Tuzla und Gracaniea Anbauversuche mit Zuckerrüben in kleinerem
Maßstabe geinacht. Die Resultate dieser Versuche waren sowohl quantitativ als qualitativ
derart befriedigend, daß eine größere Anzahl von bäuerlichen Landwirthen sich zum
back to the
book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Volume 22"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bosnien und Herzegowina, Volume 22
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Bosnien und Herzegowina
- Volume
- 22
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.34 x 22.94 cm
- Pages
- 536
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch