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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Volume 22
Page - 448 -
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Page - 448 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Volume 22

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448 Das Verdienst der Einführung des Kleebaues gebührt in erster Linie den aus Österreich-Ungarn und Deutschland eingewanderten Eolonisten, welche diese früher in Bosnien und der Hercegovina ganz unbekannte Futterpflanze aus ihrer Heimat mitgebracht und durch Verkauf von Samen auch unter der einheimischen Bevölkerung verbreitet haben. Nach Errichtung der landesärarischen landwirthschastlichen Stationen wurden von denselben größere Flächen der Kleesamengewinnimg gewidmet und der dort erzeugte Samen wird in bester Qualität an die Bevölkerung gegen ermäßigte Preise hinausgegeben. Am verbreitetsten ist der Rothklee, während Luzerne nur in geringerem Maße gebaut wird. Ebenso wie dem Landbaue wurde seitens der Landesverwaltung anch der Viehzucht unablässig Obsorge gewidmet. Nach der Einführung eines geregelten thierärztlichen Dienstes konnte die Regierung ihre Bestrebungen ans die Eröffnung der Grenze fiir den Viehexport in die Monarchie richten, und es gelang auch endlich, dieses langersehnte Ziel successive fast ganz zu erreichen. Dnrch die Viehausfuhr iu die Monarchie wurde der Werth des ganzen Viehstandes in einer früher nicht geahnten Weise erhöht, so daß der Bauer den großen Werth seines Viehstandes allmählich erkannte nnd demselben eine bessere Ernährung und Pflege zu widmen begann. Hiemit war auch der Zeitpunkt gegeben, durch den Import hochwerthigen Znchtmateriales zur Verbesserung des degenerirteu Viehstandes zu schreiten. Zur Hebung der Pferdezucht wnrde das Beschälwesen ähnlich wie in Österreich- Ungarn eingeführt. Seine Majestät der Kaiser überließ für diesen Zweck schenkungsweise aus dem Hofgestüte in Lipizza die Hengste Koheylan-Adjonz und Massaud, beide vom edelsten Blute Arabiens, ferner Massaud-Sohn, Pluto Canissa und Pluto Bionda. Mit diesen fünf Vaterthieren wurden im Jahre 1884 drei Beschälstationen in der Hercegovina errichtet. Hierauf folgte die Errichtung von Beschälstationen in Bosnien, der Ankauf von vierzehn jungen Hengsten aus dem königlich-ungarischen Arabergestüte Babolna und von zwei Hengsten aus Privatgestüten in Ungarn, welche im März 1885 in fünfzehn Stationen in Deckthätigkeit gesetzt wurden. Im Jahre 1885 wurde der Bau des Staatshengstendepots in Sarajevo und der Filiale in Mostar durchgeführt. Zur Verbesserung der Maulthierzucht in jenen Theilen des Karstgebietes, wo die rationelle Aufzucht des Pferdes unmöglich ist, wurden in Cypern 5 Eselhengste angekauft und in der Hercegovina zum Deckgeschäfte verwendet. Durch allmählige Ankäufe erhöhte sich der Stand der Pferdehengste bis Ende 1898 auf 102 Stück, wovon 20 Stück aus Syrien und Arabien importirt wurden, während der Rest aus Babolna stammt. Der Stand der cyprifchen Eselhengste beträgt 20 Stück. Zur Aueiferung der Züchter finden alljährlich Pserdeprämiirnngen statt, bei welchen über 1000 Dncaten in Prämien von 2 bis 10 Dueaten aus Landesmitteln vertheilt werden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Volume 22
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Bosnien und Herzegowina
Volume
22
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
15.34 x 22.94 cm
Pages
536
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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