Page - 164 - in Kronprinz Rudolf - Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
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kurz, kurz in der Epoche der wahren geistigen Beweg-
lichkeit und Leistungsfähigkeit. Wie immer es sei, man
muß an die Zukunft glauben; ich hoffe und rechne auf die
nächsten zehn Jahre!
Mit herzlichsten Grüßen
Ihr treuer
Rudolf
Wien, 24. August 1888
Lieber Szeps!
Besten Dank für Ihren Brief, der mich sehr interessierte ;
beiliegend sende ich das Schreiben aus Berlin zurück.
Wilhelm II. macht sich; er dürfte bald eine große Kon-
fusion im alten Europa anrichten; dieses Gefühl habe ich
auch; er ist ganz der Mann dazu
energisch und eigensinnig
. . . . sich selbst für das größte Genie haltend, was will
man mehr. Er dürfte im Laufe weniger Jahre das hohen-
zollerische Deutschland auf den Standpunkt bringen, den
es verdient.
Ich bitte, sagen Sie dem guten Frischauer, daß es mir
in den letzten Tagen unmöglich war, ihn zu sehen.
Sonntag, den 26. lasse ich ihn bitten, um 1 Uhr zu mir zu
kommen, falls er nichts anderes vor hat.
Mit herzlichsten Grüßen
Ihr
Rudolf
Briefbeilage
Sehr geehrter Herr Kollege!
Durch einliegendes Schreiben des hiesigen Telegraphen-
amtes wird Ihre Vermutung bestätigt, daß die Verspätung
meiner Telegramme am 2. und 3. d. M. durch Gewitter-
störungen verursacht war.
Sie werden sich sehr gewundert haben, daß Freitag
abend kein Telegramm von mir über die Rede des Kaisers
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Kronprinz Rudolf
Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
- Title
- Kronprinz Rudolf
- Subtitle
- Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
- Author
- Julius Szeps
- Publisher
- Rikola Verlag
- Location
- Wien - München - Leipzig
- Date
- 1922
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.6 x 19.54 cm
- Pages
- 246
- Keywords
- Habsburger, Österreich-Ungarn, Monarchie
- Categories
- Geschichte Vor 1918