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194 Die heilige Veronika.
Veronika selbst nach Rom gebracht worden, und bis auf den heutigen
Tag daselbst noch aufbewahrt seyn. Nähere Umstände sind von der
heiligen Veronika nicht bekannt, und es ist von derselben hier nur
deßhalb Erwähnung geschehen, weil viele christliche Frauenspersonen
diesen Namen in der heiligen Taufe erhalten haben. Von diesem
Umstände wird Anlaß genommen hier zu reden
Won den Taufnamen, Namenspatronen und Namens festen.
Jedem Täuflinge wird bei der heiligen Taufe der Name eines
Heiligen beigelegt, den er dann in seinem ganzen Leben nebst seinem
Familien- oder Geschlechtsnamcn führt. Dieser Name des Heiligen
wird der Taufname, und der Heilige, dessen Namen man trägt,
der Namenspatron und der jährliche Gedächtnißtag dieses Heiligen
das Namcnsfest genannt.
Der Taufname hat nach der Absicht der Kirche ein doppeltes
Geschäft auszurichten: das Geschäft der Erinnerung und das Geschäft
der Ermunterung. Erinnern soll er uns an den Taufbund und
an die in diesem Erdenleben errungene christliche Vollkommenheit des
Heiligen, dessen Name uns beigelegt ist, und crmuntern zur ernsten
Nacheiferung in dieser Vollkommenheit, und zur Zuversicht auf die'
liebevolle Fürsprache unseres Namcnspatrons bei Gott.
Durch die heilige Taufe werden wir Gott und seinem Sohne
Jesus Christus geheiliget, und als Kinder Gottes und Mitcrbcn Jesu
Christi erklärt, und eben darum durch sie zu einem heiligen Wandel
nach der Lehre und nach dem Beispiele Jesu verpflichtet. Daß wir
diese heilige Verpflichtung um so weniger vergessen, dazu kann und
soll unser Taufname beitragen. — Wollen wir eine, Sache, an der
uns viel gelegen ist, nicht vergessen, so machen wir uns irgend ein
Merkzeichen, welches uns auf dieselbe hinweisen soll. Auf eine ahn:
liche Weise soll uns auch der Name, welcher uns bei der heiligen
Taufe beigelegt worden ist, an die Taufe selbst, und an die Ver-
bindlichkeiten erinnern, welche wir durch dieselbe übernommen haben.
Er soll uns durch diese Erinnerung öfters zur Rechenschaft darüber
auffordern: wie wir als Christen, die wir durch die heilige Taufe
geworden sind, und wobei wir den Taufnamcn erhalten haben,
unserer Bestimmung nachkommen. Gesetzt nun, du wärest von dei-
ner Bestimmung weit abgekommen, du hättest schon eine lange Zeit
in groben Sünden und Ausschweifungen zugebracht: müßtest du da,
wenn dich dein Taufname so auf deinen Taufbund hinwiese, nicht
vor dir selbst erschreckend Würdest du da bei weiterm Nachdenken
darüber nicht mit Schauder und Entsetzen zu dir selbst sagen müssen:
»Gott! was ist das für ein Christenthum, wenn ich von demselben
nichts als den Namen Christ und den Taufnamen an mir habe!"
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 1
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 1
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 900
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen