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Der heilige Ianuarius, Bischof und MĂ€rtyrer,
nebst seinen GefÀhrten.
(Am 19. September.)
Der heilige Ianuarius wird in der gcsammtcn katholischen
Kirche, aber auf die ausgezeichnetste Weise in Neapel, als der Pa-
tron dieses Kö'nigsreichs, verehrt. Er ward um die Mitte des drit-
ten Jahrhunderts zu Neapel (nach Einigen zu Benevent) geboren.
Won seiner Iugendgcschichte wissen wir nichts. Er wurde zur bi-
schöflichen WĂŒrde bei der Kirche zu Bcnevent erhoben; aber weder
die Zeit dieser Erhebung, noch etwas ZuverlÀssiges von seiner Amts-
verwaltung ist uns bekannt. Nur den Umstand berichtet der Diakon
Johannes, daĂ Ianuarius mit dem heiligen MĂ€rtyrer Sosius in ver-
trauter Freundschaft gelebt habe. Dieser Sosius war Diakon bei
der Kirche zu Misena, (unweit Lucca), ein Mann voll des göttlichen
Geistes, und ganz durchglĂŒht von dem heiligen Eifer, die UnglĂ€u-
bigen zu bekehren, und die GlÀubigen, von denen er als ein Water
verehrt wurde, in ihrem Glauben zu bekrÀftigen. Ianuarius war
mit ihm innigst verbunden durch das Band der zÀrtlichsten Liebe.
Oft reiste der Bischof zu dem Diakon nach Misena. Durch geist-
volle GesprĂ€che entstammten sie gegenseitig den heiligen Eifer fĂŒr die
Ehre des Gekreuzigten, ermunterten sich zur Vollkommenheit, und
zur standhaften Ausdauer im Kampfe. Der Bischof war demĂŒthig
genug, von dem stammenden Feuer des Diakons Licht und WĂ€rme
zu empfangen. Ihre innige Freundschaft sowohl, als ihre gottseligen
Unterhaltungen, waren der glÀubigen Heerde zur heilsamsten Er-
bauung.
Ianuarius traf einmal, als er nach Miscna kam, den Sosius
in der Versammlung der GlÀubigen an, denen er eben heiligen Un-
terricht ertheilte. In stiller Ehrfurcht stellte er sich unter die Zu-
hörenden, und bewunderte die FĂŒlle des Geistes, mit welcher der
Diakon sprach. Nach einer Weile erblickte er auf dem Haupte des-
selben eine leuchtende Flamme. Won der freudigsten Ehrerbietung
ergriffen, nahete er sich dem Sosius, kĂŒĂte sein Haupt, pries ihn
laut vor der ganzen Versammlung glĂŒcklich, und sagte ihm, erleuch-
tet durch göttliche Eingebung, vor, daà er des Heils der Marter-
krone, welche die Flamme andeute, werde theilhaftig werden. Diese
Borhersagung ging im Jahre 305 in ErfĂŒllung. Es hatte sich zwar
die Wuth der diokletianischen Verfolgung um diese Zeit im Abend-
lande unter der Regierung des Constantius schon gelegt; allein manche
Opfer bluteten noch durch die grausamen MachtsprĂŒche feindlich ge-
gen die Christen gesinnter Statthalter. Ein solcher war Dracontius,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 1
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 1
- Author
- Anton MĂ€tzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 900
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen