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672 Der heilige Gregorius, Bischof zu
Gregorius freute sich sehr der Zurückkunft seines Bruders Cä-
sarius vom kaiserlichen Hofe, zum Theile auch in der Hoffnung, daß
dieser jetzt die Besorgung der Angelegenheiten im elterlichen Hause
übernehmen würde, und er der geliebten Einsamkeit sich ganz werde
widmen können. Der Vater aber wollte in der Verwaltung des
bischöflichen Amtes der Unterstützung seines Sohnes nicht entbehren,
und nöthigte ihn durch väterliche Zudringlichkeit, sich zum Priester
weihen zu lassen. In seiner tiefen Demuth hielt er sich unwürdig
des heiligen Amtes, nachdem er aber zu demselben eingeweiht war,
so verwaltete er es mit eben so großer Ehrfurcht als Eifer. Als
Basilius im Jahre 363 wo ihn der Bischof Eusebius zum Priester
seiner Kirche geweiht hatte, bald aber gegen ihn erkaltete, und feind-
selig ihm begegnete, in seine vontische Einsiedelei zurückkehrte, leistete
ihm Gregorius auf einige Zeit wieder Gesellschaft, und war so glück-
lich, nach ein paar Jahren den Eusebius mit Basilius auszusöhnen,
worauf dieser nach Casarca zurückkehrte. Nach dem Tode des Eu-
sebius ward Basilius auf den crzbischö'flichcn Stuhl zu Cäsarea er-
hoben. Er fand es nothwendig, einige neue Bisthümer zu gründen,
unter andern auch zu Sasima, einer keinen Stadt an der Gränze
des ersten und zweiten Kappadoziens, nach der Einthcilung, die der
Kaiser Valens erst neuerlich für die gcsammte Provinz gemacht hatte.
Zur Führung dieser Kirche bestimmte er seinen Herzensfreund, den
Gregorius.
Aus Liebe zur Freiheit und zu den Freuden des stillen, ein-
samen Landlebens, aus dcmüthigem Mißtrauen aus sich selbst, und
im tieftn Gefühle der Wichtigkeit des apostolischen Amtes, hatte
Gregorius in sich den Entschluß bekräftiget, sich auf immer dem Ge-
tümmel der Welt zu entziehen, so bald sein Vater, dem er in Ver-
waltung des bischöflichen Amtes treuen Beistand leistete, und seine
gottselige Mutter Nonna zur ewigen Ruhe würden eingegangen seyn.
Der Ort, den sein Freund ihm zum Bisthume bestimmte, hatte viel
Abschreckendes für ihn. Er selbst macht von Easima eine traurige
Beschreibung. Es lag in öder Gegend, auf einer dürren, wasserar-
men Haide, an einer geräuschvollen Landstraße. Lange weigerte sich
Gregor, dem Rufe des Bischofs zu folgen. Bald hätten sich die
zwei Freunde darüber entzweiet. Endlich ließ er sich doch durch die
Bitten und Vorstellungen des Basilius und durch die Ermahnungen
seines alter». Vaters bewegen, und von Basilius zum Bischöfe wei-
hen. Von der Uebernahme des Bisthums Sasima wurde er aber
befreit, weil Anthimus, der Bischof von Tyana, einen andern dahin
setzte, und weder Basiliuö noch Gregorius das Aergerniß eines Strei-
tes mit diesem Bischöfe geben wollten. Gregorius lebte darauf eine
Zeit lang auf einem einsamen Berge. Da soll er den Kran-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 1
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 1
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 900
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen