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868 Der heilige Fulgentius, Bischof und Bckenner.
jüngste war, seiner vortrefflichen Gaben wegen sehr hoch
daher ihm in ihren Bcrathschlagungcn, und in was immer für an:
dern gemeinschaftlichen Angelegenheiten, ehrenvollen Vorzug gestatte:
ten; so wie auch die Einzelnen in ihren Privatgeschäften fast immer
seinen Rath einholten, und oft ihm dieselben ganz übertrugen. Wal):
rend seiner Verbannung lebte er zu Cagliari in Gemeinschaft mit
zwei Bischöfen, Illustris und Ianuarius, mit einigen Priestern und
Mönchen. Das Haus, in dem sie wohnten, hatte bald die Gestalt
eines Klosters, in dem gemeinschaftlich gegessen, gearbeitet, gebethet
und gesungen wurde. Die Gläubigen von Lagliari und aus der
umliegenden Gegend strömten zahlreich dahin um Belehrung, um
Rath, um Trost, um Erbauung und auch um zeitliche Gaben, die
den Nothdürftigen reichlich gespendet wurden.
Bereits zwölf Jahre hatte Fulgentius in dcc Verbannung gc:
lebt, als er nach Karthago berufen wurde. Der König Trasamund
bewies sich fortwährend sehr geschäftig, die Katholiken zum Bekennt:
nifse der Arianer zu verführen durch Drohungen, durch Verheißungen
und durch List. Er veranlaßte vielfältige Unterredungen mit ihncn
unter dem Vorwande, daß er sich über die Wahrheit belehren lassen,
und oie Auflösung seiner Einwürfe und Zweifel hören wolle. Er
hoffte, sie zu verwirren, zweifelhaft zu machen, und endlich zu be-
siegen. Viele hielten ihm gründlichen Widerstand; Andere aber wur-
den durch die Einwürfe der Arianer in Verlegenheit gesetzt, und diese
wandten sich an die verbannten Bischöfe, insbesondere an Fulgen-
tius, der dadurch veranlaßt wurde, mehrere Schriften zur Vertheidi-
gung und Erläuterung der katholischen Lehre zu verfassen,
seiner Anwesenheit in Karthago beeiferte sich Fulgentius, die
liken, von denen er sehr zahlreich in seiner Wohnung besucht wurde,
im Glauben zu stärken. Jedermann gestattete er freien Zutritt,
lehrte und ließ sich gerne belehren, bekräftigte die Wankenden und
nahm die reuigen Verirrten in den Schoos der heiligen Kirche auf.
Der König wollte ihn noch länger in Karthago zurückbehalten; al-
lein die Arianer verwehrten es ihm durch die Vorstellung, daß ein
längerer Aufenthalt dieses Mannes ihrem Bekenntnisse zum größten
Nachtheil gereichen würde, indem er wirklich schon einige arianische
Bischöfe auf seine Seite gebracht habe. Trasamund gab diesen Vor-
stellungen Gehör, und schickte den Fulgentius in die Verbannung
nach Sardinien zurück.
Während dieser zweiten Verbannung, in der er, wie in der er-
sten, mit mehreren gottesfürchtigen Männern in Gemeinschaft ein klö-
sterliches Leben führte, verfaßte er mehrere Schraten, durch die er
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 1
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 1
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 900
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen