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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
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137 Die heilige Gertrudis, Jungfrau und Äbtissin. (Am I?. März.) Die heilige Gertrudis war eine Tochter Pipins, ersten Her- zogs in Brabant, und Major Domus (Obersthofmeistcr) der austrasischen Könige, geboren im Jahre 631 zu Nivella, einem Städtchen in Brabant. Ihre Mutter hieß Itta. Beide Eltern wa- ren der christlichen Religion mit großem Eifer ergeben, ausgezeichnet durch Gottesfurcht und heiligen Wandel. Sie hatten drei Kinder, den Grimoald, Haushofmeister des Königs Siegebcrt, die Begga, Gemahlin des Ansigisilus, eines Sohnes des heiligen Arnulph, und die Gertrudis. Der gottselige Sinn der Eltern theilte sich auf die erfreulichste Weise den Kindern mit. Insbesondere wuchs die Ger- trudis unter der treuen Pflege ihrer frommen Mutter zum holden Mädchen heran voll Unschuld und Herzensgüte, voll der kindlichen Ehrfurcht gegen Gott, und der zärtlichsten Liebe gegen den Erlöser Jesus Christus, dem sie in frühen Jahren schon ihr ganzes Herz in reiner Unschuld weihte. Ihr Water Pipin veranstaltete ein köstliches Gastmahl, bei welchem der König Dagobert und viele Andere vom höchsten Range zugegen waren. Der Sohn eines austrasischcn Her- zogs trug bei demselben die Bitte vor, daß ihm die Gertrudis zur künftigen Gemahlin verheißen werde. Der König sowohl, als der Water, waren geneigt, der Bitte Gehör zu geben, weil sie diese Vermählung dem beiderseitigen Range angemessen, und zur Befesti- gung der Eintracht zwischen zwei der angesehensten Familien ersprieß- lich fanden. Auf Verlangen Dagoberts wurden Mutter und Tochter zur Tafel gerufen. Als sie erschienen waren, fragte der König in schmeichelndem Tone die Gertrudis, ob sie nicht den jungen Herrn, der da in Gold und Seide so herrlich prange, zu ihrem künftigen Gemahl haben möchte? Gertrudis, obgleich erst zehn oder zwölf Jahre alt, antwortete mit ruhiger Besonnenheit und mit großem Ernste: „Ich will weder diesen, noch einen andern zum Gemahl ha- ben, weil Christus mein einzig geliebter Bräutigam ist." Der Kö- nig und die andern Anwesenden staunten über den frommen Eifer des zarten Mädchens, und zweifelten nicht, daß Gott demselben solche Gesinnung in das Herz, und diese Antwort auf die Zunge gelegt habe. Die Eltern, weil sie selbst gottselig waren, freuten sich innigst der so frühen Gottseligkeit ihrer Tochter. Gertrudis war erst vierzehn Jahre alt, als ihr Vater Pipin starb. Ihre Mutter Itta blieb im Wittwenstande, und verdoppelte nun ihre Sorge für die geliebte Tochter, welche mit kindlichem Ver- trauen der frommen Führerin folgte, und mit jedem Tage noch
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Title
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Subtitle
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Volume
2
Author
Anton Mätzler
Publisher
Landshut Verlag
Location
Wien
Date
1840
Language
German
License
PD
Size
9.8 x 16.9 cm
Pages
982
Keywords
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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