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Am 3. September. 147
lübde zu erfüllen. Eines Tages wurde er von Gott auf außeror-
dentliche Weise ermahnt, hinzugehen zu Rcmaklus, der sich eben in
der Nähe befand, um von ihm den göttlichen Willen zu vernehmen.
Zu gleicher Zeit ward dem Bischöfe durch eine innerliche Eingebung
geoffenbaret das Verlangen des frommen Jünglings um die Anlei-
tung , die er ihm geben sollte. Mit väterlicher Güte empfing Rc-
maklus den Trudo, erklärte ihm, daß sein Entschluß Gott gefällig
sey, und wies ihn an, nach Metz zum Bischöfe Chlodulfus zu gehen,
von diesem den Unterricht des Heils und die Anleitung zum geistli-
chen Leben zu empfangen. Denn so ward ihm durch die göttliche
Eingebung aufgetragen worden. Trudo befolgte diese Anweisung,
und kehrte nach längerer Zeit als Priester zurück zu Rcmaklus, der
mit großer Freude ihn empfing, und zu seinem Mitarbeiter im Wein-
berge des Herrn bestimmte. Trudo erfüllte das Gelübde, welches
er gemacht hatte, wandelte, so lang er lebte, die Wege des Herrn,
und wirkte sehr thätig, mit gcscgnctem Erfolge in der Kirche Gottes.
Er wird den Heiligen beigezählt. Seine jährliche Gcdächtnißfeier
fällt auf den 23. November.
Remaklus wendete auch als Bischof noch große Sorge auf das
Kloster Cougnon. Da aber dasselbe von dem benachbarten Gutsbe-
sitzer auf mancherlei Weise beschränkt wurde, so wandte er sich an
den austraslschen König Sigcbert I I . , und bewog ihn, die zwei, in
der Folge sehr berühmten Benediktincrabteien Malmedi und Stablo
zu stiften, um das Jahr 650. Der König übertrug ihm die Aus-
wahl des Platzes, die Erbauung und die Einrichtung dieser Klöster.
Remaklus erforschte in dieser Absicht einen Theil des Ardenncrwal-
des, fand da eine fügliche Stelle zum Klosterbaue, aber auch, noch
viele Ueberreste der heidnischen Abgötterei. Er entfernte diese, und
gab deßwegen dem daselbst erbauten Kloster den Namen Malmuda-
rium (Malmedi), d. i. den Ort, welcher von den argen Ueberbleib-
seln der Abgötterei gereiniget worden ist sa malo iniinliatnin).
Dieses Kloster lag in dem bischöflichen Sprengel von Cöln. Er er-
baute deßhalb ein zweites, inner den Gränzen seines eigenen Bis-
thums, zwei Meilen von Malmedi entfernt, an einem Orte, wel-
cher Stablo hieß, weil da die wilden Thiere, wie zu einem
Stalle (»taduluin) sich haufenweise versammelten. Dieses Klo-
ster behielt den Namen des Ortes Stablo. Malmedi und Stablo
erhielten gleich Anfangs einen großen Zulauf, und wurden un-
ter der weisen und wachsamen Leitung des heiligen Remaklus, der
beiden als erster Abt vorstand, bald herrliche Pflanzschulen der Weis-
heit und der Tugend zum großen Segen für die Kirche Jesu Christi.
Weil es dem heiligen Remaklus, seiner rastlosen Thätigkeit ungeach-
tet, nicht möglich war, einerseits die schwere Last des bischöflichen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen