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188 DaS achte und neunte Jahrhundert.
verschiedenen Ursachen wieder erkaltete. Der Werfall der Wissenschaft
ten, so wie die Ursachen desselben, hatten ganz natürlich auch einen
sehr nachthciligcn Einfluß auf die christliche Religion. Das morgen-
ländische Kaiserthum ward in dieser Epoche von schwachen Regenten
beherrscht, und zerfiel immer mehr du.ch innere Unruhen, und durch
gefährliche Angriffe von Außen. Am Anfange des siebenten Jahr-
hunderts brach im heißen Arabien eine Revolution aus, die einen
neuen Glauben, neue Kenntniffe und ein neues Reich über einen gro-
ßen Theil von Asien, bis ins Innere von Afrika, ja bis nach Spa-
nien verbreitete. Ihr Urheber war Muhamed. Er gehörte zum
edelsten arabischen Stamme der Koreischiten, und ward geboren im
Jahre 569. Bis in sein vierzigstes Jahr lebte er in der Stille
des Privatlebens. Da ließ cr sich's auf einmal einfallen, sich für
einen Propheten auszugeben. Im Jahre 610 trat cr auf, und gab
vor, Gott habe ihn gesandt, die Vielgötterei zu zerstören und zuerst
die Religion der Araber, und dann auch die der Juden und der
Christen zu reinigen und zu verbessern. Anfangs hatte sein Unter-
nehmen schlechten Fortgang. Die Einwohner der Stadt Mecca, sei-
nes Geburtsortes, widersetzten sich ihm, und zwangen ihn im Jahre
622 , nach Mcdina zu fliehen. Allein da er reich, und aus einer
vornehmen Familie war, wußte er sich balo Anhänger zu verschaffen,
und durch Hilfe der Waffen sich zu behaupten, so, daß er bei seinem
Tode, der in dem Jahre 622 erfolgte, Herr war von ganz Arabien,
wo cr seine neue Religion schon allgemein verbreitet hatte.
Die Lehre Muhameds ist aus der alten arabischen, aus der
jüdischen und aus der christlichen zusammengesetzt, und auf folgende
Hauptsätze gegründet: es sey nur ein Gott, der keinen Sohn, abcr
mehrere G'sandten habe, die er zuweilen an die Menschen schicke,
unter welche auch Christus gehöre; cr, Muhamed, sey abcr dcr vor-
nehmste aus Allen. Gott leite Alles durch seine Vorsicht, doch so,
daß Alles einem unveränderlichen Schicksale unterworfen sey; Gott
belohne seine Verehrer, und strafe seine Verächter nach diesem Leben;
Gott habe ein Wohlgefallen am Gebethe, an der Freigebigkeit gegen
die Armen, und an andern Uebungen dcr Frömmigkeit. Zugleich
verbot er seinen Anhängern den Wein, und empfahl ihnen häufiges
Fasten, und Wallfahrten nach Mecca.
Muhamed selbst hatte nichts von seincr Lehre aufgezeichnet.
Er trug sie in einzelnen Reden und Sprüchen vor. Abu Becker
sammelte dieselben, und Othman verkündigte dem Volke das Glau-
bensbuch. Es hieß al Koran, die Lesung. Islam nannte man den
Inbegriff der ganzen Religion. Moslemin oder Muselmänner seine
Bekenncr, Imans die Priester, und Derwische die Mönche. Eben
so schnell als weit umher verbreitete sich unter den Nachfolgern
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen