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Am 7. November. 205
zum vollkommenen Mann nach dem Maaß des vollständigen AlterS
Christi, beseelt mit Eifer und tauglich zum Gescha'ste des Unterrichts,
zur Vervollkommnung der Heiligen, und zur Erbauung des Leibes
Christi. (Ephes. 4.) Erglüht war Egbert, und durch ihn erglüht
war Wilibrord von dem Verlangen, die mitternächtlichen Völker, die
noch in den Finsternissen des Heidcnthums steckten, zum heiligen
Glauben zu bekehren.
Der heilige Wilibrord war drei und dreißig Jahre alt, und
Priester, als er, nach einem zwölfjährigen Aufenthalte bei Egbert,
mit mehrern Gefährten im Jahre 690 über das Meer schiffte, die
abgöttischen Friesen mit dem Lichte' des Evangeliums zu beglücken.
Kurz vorher hatte Pipin, dcr Mäjördomus Theuderichs I I I . , einen
Theil der Provinz Frießland erobert. Schr gütig nahm er, wie
wir in der Lebensbeschreibung des heiligen Euitbertus schon gehört
haben, die Missionaricn auf, erlaubte ihnen nicht nur gerne, in dem
eroberten Theil Frießlands das Evangelium zu predigen, sondern
ließ ihnen auch die kräftigste Unterstützung zur Förderung des gott-
seligen Unternehmens angedeihen. Gott segnete die Arbeit seiner
Diener. Das Licht drang ein in die Finsterniß, und bewirkte bei
einer großen Zahl der Abgöttcrer die Bekehrung ^u Jesus Christus.
Um das Jahr 692 reisete Wilibrord auf Verlangen Pipins
nach Rom, empfing dort den apostolischen Segen, und brachte viele
Reliquien der Heiligen mit sich zurück für die christlichen Kirchen,
welche an die Stelle der heidnischen Götzentempel getreten waren.
Bekräftiget durch die Ermunterung, und durch den Segen des Ober-
hauptes der heiligen Kirche setzte er mit erneutem Eifer das Bekeh-
rungsgeschäft fort, freudig um des Herrn willen, ertragend die größ-
ten Beschwerden und namenlose Leiden. Im Jahre 696 reiste er,
mit Briefen und Geschenken von Pipin versehen, zum Zweitenmale
nach Rom, wo er vom Papste Sergius am 22. November in der
Kirche dcr heiligen Cäcilia die bischöfliche Weihe empfing, und mit
dem erzbischö'stichen Pallium beehrt wurde. Der Papst gab ihm bei
der heiligen Weihe den Namen „Clemens." Er ist jedoch unter fei-
nem ursprünglichen Namen Wilibrord bekannter geblieben. Dcr glü-
hende Eifer ließ den apostolischen Mann nicht lange in Rom ver-
weilen. Nach vierzehn Tagen schon eilte er nach Deutschland zu-
rück, zu befestigen und fortzusetzen das große Werk, das er angefan-
gen hatte. Der Majordomus Pipin überließ ihm zur erzbischöftichcn
Residenz die Stadt Utrecht, welche damals Wiltenburg genannt
wurde. Da erbaute Wilibrord eine Kathedralkirche, die er zu Ehren
des heiligen Martinus von Tours einweihte. Außerdem erbaute er
noch verschiedene andere Kirchen und Klöster. Unter letztern befand
sich auch jenes zu Echtcrnach, und jenes zu Sustercn. Nachdem
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen