Page - (000215) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Image of the Page - (000215) -
Text of the Page - (000215) -
Am 15. März. 2l3
fruchtlos blieb , entschloß er sich zum Zweitenmal?, persönlich zun>
Könige zu reisen. Er trat die so beschwerliche als gefahrvolle Reise
an, ließ sich nicht zurückschrecken durch die Schwierigkeiten, die ihm,
zum Theile von dcm Könige selbst, der seine Gegenwart nicht gerne
sah, in den Weg gelegt wurden, und kam endlich nach Pavia, wo
Luitprand sich aufhielt. Gott regierte die Zunge des Dieners, und
lenkte das Herz des Königs. Die Feindseligkeiten wurden eingestellt,
und die schon eroberten Plätze von Luitprand an das Erarchat Ra:
venna zurückgegeben. Die Rückreise des Papstes glich einem Triumph:
zuge. Aller Orten wurden ihm, dem Friedensstifter, die freudigsten
Ehrenbezeugungen bewiesen; er aber pries in tiefer Demuth nur
Gott für das große Geschenk des Friedens. Zu Rom stellte er nach
seiner Zurückkunft, wie er es das Erstemal gethan hatte, feierliche
Dankgebethe an.
Im folgenden Jahre starb der König der Longobarden. Sein
Tod sicherte die Ruhe den Landern, die durch seinen unbeständigen,
kriegerischen Sinn beständig in Gefahr schwebten. Der fromme Papst
beeifcrtc sich aus allen Kräften, die Mißbräuche und Unordnungen,
die in der Kirche sich eingcschlichcn hatten, zu beseitigen. Zu diesem
Zwecke hielt er am Ende des Jahres 743 oder am Anfange des
Jahres 744 in der St. Peterskirche zu Rom ein Concilium, bei
dem vierzig Bischöfe Italiens, und viele Priester und Diakonen ge-
genwärtig waren. Durch dasselbe wurden mehrere heilsame Beschlüffe
gemacht. Diese Beschlüffe schickte Zacharias auch zu dem Austrodert,
Erzbischof von Vienne in Gallien durch den Priester Clemens, wcl:
chen der Erzbischof nach Rom geschickt hatte, den Papst von dem
bedauerungswürdigcn Zustande seiner und anderer Kirchen Galliens,
die von den barbarischen Saracenen auf die unmenschlichste Weise
verwüstet wurden, zu unterrichten, und begleitete dieselben mit einem
kräftigen Trostschrcibcn, in welchem er dem Austrobert, nebst Andern,
auch die Drangsale vor Augen stellte, welche die Kirchen Italiens
durch die Longobarden erdulden mußten.
Nach dem Tode Luitprands erhielt Hildebrand, dessen Neffe,
die longobardische Krone, den aber die Longobarden wegen seiner
Grausamkeit nach sieben Monaten schon vom Throne stießen. An
seine Stelle setzten sie den Herzog von Friaul, Rachis, der ein got-
tcsfürchtigcr und leutseliger Prinz war. Kaum hatte Zacharias die-
ses erfahren, als er eine feierliche Gesandtschaft an den neuen König
abordnete, von ihm die Zusicherung des Friedens zu erhalte». Ra-
chis empfing die päpstlichen Gesandten mit allen Merkmalen großer
Achtung, und willigte dem römischen Gebiete einen zwanzigjährigen
Waffenstillstand. Aber nach wenigen Jahren schon, im Jahre 749,
sammelte Rachis, man weiß nicht, auf welche Veranlassung, ein
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen