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Am 5. Juni. 219
Zu der immer anwachsenden Acrndte war die Zahl der Arbeiter
zu klein. Bonifazius wandte sich daher nach Italien und Gallien,
apostolische Mitarbeiter zu erhalten; worauf sich als getreue und eif-
rige Gehilfen ihm beigesellten Burchardus, Lullus, Willibaldus,
Wunibaldus, Witta, Gregorius u. a.
Nachdem im Jahre 732 Papst Gregor I I I . den päpstlichen
Stuhl bestiegen hatte, schickte Bonifazius Abgeordnete nach Rom,
sich und seine Mitarbeiter dem Schutze des neuen kirchlichen Ober-
hauptes zu empfehlen, von dem Erfolg seiner Arbeiten demselben
Bericht zu erstatten, und mehrere wichtige Fragen zur Entscheidung
ihm vorzulegen. Der Papst zeigte große Freude über die empfange-
nen Berichte, entschied die vorgelegten Fragen, übcrschicktc dem hei-
ligen Bonifazius die Ernennung zum Erzbischof für Deutschland,
nebst dem Pallium, und ertheilte ihm die Vollmacht, allenthalben,
wo es nothwendig sey, Bisthümer zu errichten. Nach der Zurück-
kunst der Abgeordneten aus Rom erbaute Bonifazius eine Kirche zu
Fritzlar, und eine zu Hamanaburg, und bei jeder derselben auch ein
Kloster. Bald darauf kam er nach Bayern, vertrieb da den ersten
Ketzer, Ehrenwolf mit Namen, aus dem Lande, und leitete das
Volk durch seine Predigten auf die rechte Bahn zurück. Und nun
besuchte er d^e verschiedenen Kirchen und Kloster, die er in Thürin-
gen und Hessen gestiftet hatte, bekräftigte die Priester und die Gläu-
bigen, und verfügte Vieles zum großen Glänze des Reiches Gottes.
Im Jahre 738 reiste er zum drittenmale, begleitet von vielen
frommen Christen aus Bayern, Franken, ja selbst aus Britannien,
nach Rom, bei den Gräbern der heil. Apostel seine Andacht zu ver-
richten, dem heil. Vater seine unterwürfige Ehrfurcht zu bezeigen,
und über mehrere, die kirchlichen Angelegenheiten in Deutschland be>
treffende, Gegenstände Vcrhaltungsrcgeln zu erholen. Der Papst
bewies ihm große Verehrung, ernannte ihn zum Legaten, d. i. zum
Bevollmächtigten des apostolischen Stuhls, für Deutschland, gab ihm
die erforderlichen Verhaltungsregeln, und beschenkte ihn mit verschie-
denen Hciligthiimern. Bei seiner Rückreise lud ihn der bayerische
Herzog Utilo an seinen Hof ein, und theilte mit ihm Bayern in
vier Kirchensprengel, über deren jeden in einer Stadt, wo schon
herzogliche Stiftungen waren, von Bonifazius ein Bischof, und
zwar in Salzburg Johannes, in Freysing Erimbcrt, Gaubald in
Regensburg, Nivilo zu Paßau eingesetzt wurde. Paßau und Salz-
bürg hatten früher schon bischöfliche Sitze gehabt. Vom römischen
Stuhle wurde diese Einrichtung bestätiget, und den neuen Bischöfen
befohlen, daß sie alle Jahre zwei Versammlungen (Synoden) halten,
den Gottesdienst nach den Gebräuchen der römischen Kirche einrichten,
die Irrlehre und den Aberglauben vertilgen, und vor dem päpstli-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen