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222 Der heilige Burchardus, Bischof zu WĂŒrzburg.
gen Geschlechte in England entsprossen, gegen das Ende des sieben:
ten Jahrhunderts. Seine Iugendgeschichte ist nicht bekannt. Von
der guten Pflege der jungen Pflanze zeugen aber die schönen FrĂŒchte,
die der kraftvolle Baum trug. Nach der ErzÀhlung einiger Ge-
schichtschreiber kam der hcilige Burchardus aus seinem Vaterlandc
zuerst nach Frankreich, hielt sich da einige Zeit als Fremdling auf,
und begab sich dann zu dem heiligen Bonifazius nach Deutschland,
nachdem er von dem segensvollen BekehrungsgeschÀfte desselben ge-
hört hatte. Wahrscheinlicher dĂŒrfte es aber seyn, daĂ der heilige
Bonifazius den Burchardus und dessen ausgezeichnete Eigenschaften
in England schon kennen gelernt, und ihn nebst einigen Andern zu
seinen Mitarbeitern nach Deutschland berufen habe. Burchardus
theilte die Arbeiten und Leiden in ThĂŒringen und in Hessen mit Bo-
nifazius, der ihm sein ganzes Vertrauen schenkte, deĂhalb im Jahre
?4l die bischöfliche Weihe ihm ertheilte, und dem neu errichteten
Bisthume WĂŒi'zburg als ersten Bischof ihn vorsetzte. Es ist ein
Irrthum, wenn angegeben wird, Burchardus habe zu Rom von dem
Papste Zacharias die heilige Weihe empfangen; wohl aber hat die-
ser Papst die Errichtung des Bisthums zu WĂŒrzburg und die Ein-
setzung des Burchardus auf dasselbe bcstÀttiget. Eine sehr schwere
Last von Arbeiten und von Sorgen lag auf den Schultern des neuen
Bischofs. Ihm lag ob die Einrichtung seines bischöflichen Spren-
gels , die Anstellung und Einsetzung der erforderlichen Priester, die
Anordnung des Gottesdienstes, die Herstellung der nöthigen Kirchen
und alles Dessen, was der Ă€uĂerliche Gottesdienst erfordert, die
Sorge fĂŒr Pflanzschulcn, in welchen taugliche MĂ€nner zum heili-
gen Dienste gebildet werden konnten. Die Neubekehrten, und das
waren bereits alle GlĂ€ubigen seines neuen Bisthums, muĂten be-
krĂ€ftiget, und die mannigfaltigen Reste der Abgötterei, die noch ĂŒbrig
waren, sollten vertilgt werden. Die Sonne des Evangeliums war
zwar aufgegangen auch in diesem östlichen Theile des Frankenlandes;
der Glanz derselben ward aber noch vielfÀltig verdunkelt durch die
schwarzen Wolken des Unglaubens und des Aberglaubens, cinctz un-
lautern Sinnes, und eines bösen Wandels. Es sollte dem heiligen
Lichte der vollkommene Sieg verschafft werden. Mit heiligem Eifer
fing Burchardus das groĂe Tagwerk an, und mit unerschĂŒtterlicher
Standhaftigkeit setzte er dasselbe fort. Gott war mit ihm, krÀftigte
seinen Eifer und segnete seine Arbeiten. Die Kirche zu WĂŒrzburg
stand bald da in einem GlÀnze, den jeder treue AnhÀnger des Chri-
stenthums bewunderte, Gott lobend und preisend fĂŒr den Segen, mit
dem er seine Kinder durch seinen Diener begnadiget hatte.
Burchardus gab sich groĂe MĂŒhe, die Leichen des heiligen MĂ€r-
tyrers Kilian und seiner GefÀhrten, die in dieser Gegend das Evan-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton MĂ€tzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen