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Am 7. Juli. - ' 229
und Jerusalem erbaut hatte. Endlich langte er mit seinen Gefähr-
ten in Jerusalem an. Da besuchte er mit großer Rührung den Oel-
bcrg, den Calvarienbcrg, welchen die Kaiserin Helena in die Ring:
mauern der Stadt eingeschlossen, und mit einer herrlichen Kirche ver-
sehen hat. Außer derselben sah Willibald drei Kreuze unter einem
Bogen, nicht weit von der Gruft, in welcher der Heiland begraben
war. Nun wurde er von einer Krankheit befallen, die fünf Wochen
dauerte. Nachdem er genesen war, fuhr er fort, mit seinen Gefähr-
ten die merkwürdigen Orte Palästinas zu besuchen. Er kam in das
Thal Iosaphat, bestieg zum zweitenmal den Oclberg, begab sich nach
Bethlehem, wo der Heiland geboren, und von Hcrodcs der grau-
same Kindcrmord verübt worden war; in das Kloster des heiligen
Sabas, die Laura genannt; nach Gaza, wo der Diakon Philippus
den königlichen Kämmerling getauft hatte, und endlich zurück nach
Jerusalem, wo er das Augenlicht, welches er in Gaza verloren hatte,
in der Kirche des heiligen Grabes wieder erlangte. Nun besuchte
er Joppe, wo der Apostel Petrus die Tabitha zum Leben erweckte;
Lidda, wo der nämliche Apostel de» acht Jahre lang kranken Acneas
gesund machte; die Städte Tyrus und Sidon; den Berg Libanon,
Damaskus, Cäsarea, und kehrte wieder zurück nach Jerusalem, wo
er bereits den ganzen Winter des Jahres 726 verweilte. Vor dem
Anfange der Fasten reiste er nach Ptolomäis, wo er mehrere Wo-
chen krank lag. Er kam noch einmal nach Jerusalem', und trat
dann bald darauf seine Rückreise an nach Europa. Zu Tyrus
schiffte er sich c:n, und kam zu Waffer nach Constantinopcl, wo er
zwei volle Jahre blieb, und bei. den Gräbern der Heiligen: Andreas,
Timothcus, Lukas und Johannes Chrysostomus durch Gebeth und
Betrachtung sich erbaute. Von da aus besuchte er Nicäa, wo unter
Constantin dem Großen der berühmte Kirchcnraih im Jahre 325 ge-
halten worden war.
Im Sommer des Jahres 729 verließ er Constantinovel, und
kam am Herbst des nämlichen Jahres über Sicilien, Calabricn und
Neapel, wo er das Grab des heiligen Severin besuchte, in das Klo-
ster des heiligen Bcnedikt auf dem Berge Cassino. Sieben Jahre
waren verflossen, seitdem er Rom verlassen, und die Reise nach Pa-
lästina angetreten hatte. Zu Cassino wollte er bleiben, und wurde
deßhalb auf sein Ansuchen von dem Abte Petronar in die dortige
Klostergcmcindc aufgenommen. Mit großem Eifer widmete er sich
den Uebungen des geistigen Lebens. Mit pünktlicher Treue verwal-
tete er die Dienste, welche im Kloster ihm anvertraut wurden. De-
müthig und bescheiden wandelte er unter seinen Brüdern, obgleich
ausgezeichnet durch tiefe Weisheit und hohe Vollkommenheit der Tu-
gend. Der fromme Pctronar schenkte ihm sein volles Vertrauen,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen