Page - (000232) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Image of the Page - (000232) -
Text of the Page - (000232) -
2ZU Der heilige Willibaldus, Bischof zu Eichstädt.
und die gesanunte Klostergcmeinde bewies ihm große Verehrung
und Lic'^e.
Als der heilige Bonifacius im Jahre 738 in Rom war, er:
fuhr er den Aufenthalt des heiligen Willibaldus zu Cassino, und
den Ruhm der großen Eigenschaften desselben. Nach ftnnr Rück:
kehr nach Deutschland bat er dcn Papst Gregor I I l . , das; er den
Willibald bewegen wolle, nach Franken zu kommen, um da im Wein:
berge des Herrn zu arbeiten. Der Papst berief ihn nach Rom, er-
öffnete ihm das Verlangen des Bonifacius, und redete ihm nach:
drücklich an das Herz, demselben zu entsprechen. Willibald zeigte
sich geneigt dazu, nachdem der Papst über die Einwilligung des
Abtes Petronar ihn beruhiget hatte. Er reiscte zu Ostern des Iah:
rcs 740 von Rom ab, besuchte zu Lucca das Grab seines Vaters,
und kam durch Tyrol nach Bayern, wo er am Hofe des Herzogs Utilo
acht Tage lang verweilte. Darauf begab er sich in Begleitung
Suitgars, des Grafen von Hirschberg, der von dem Herzoge Utilo
die Genehmigung erhalten hatte, zu Eichstädt ein Bisthum zu siif:
ten, zu dem heiligen Bonifacius. welcher eben jetzt auf seiner Rück:
kehr von Rom in Bayern war. Bonifacius schickte ihn, nachdem
er ihn nur kurze Zeit bei sich behalten hatte, dahin. Dcr Ort war
noch wild, und mit Eichbäumen bewachsen. Nur eine Kirche der
heiligen Jungfrau stand da, welche sehr besucht war. Willibald
räumte auf, unterstützt von Suitgar, und legte die Ansiedlung an,
welche den Namen Eichstäot erhielt. Bonifacius weihte ihn zum
Priester, und ein Jahr später berief er ihn nach Thüringen, wo er
am 22. Juli 741 die bischöfliche Weihe ihm ertheilte.
Willibald arbeitete an der Urbarmachung seines neuen Wohn-
sitzes mit mehreren Gehilfen rastlos fort. Die neue Ansiedlung
wurde immer angenehmer, und lockte immer mehrere Leute herbei,
die sich da ansässig machten. Auf solche Weise wuchs Eichstädt zu
einer ansehnlichen Stadt heran, die von Zeit zu Zeit mehr bevölkert
wurde. Durch die eifrige Verkündigung des Evangeliums verschaffte
der Bischof auch den Sitten des Volkes, die roh und ungeschlacht,
wie ihr Land, waren, bald eine andere Gestalt. Die Veredlung
des Landes, wie die der Bewohner desselben, verbreitete sich von
diesem Mittelpunkte aus in die ganze umliegende Gegend. An dem
Flusse Altmühl legte der heilige Willibald ein Kloster an, um mit
Vergrößerung des Weinbergs des Herrn sich auch mit desto mehr
Arbeitern für denselben zu versehen. Er gab ihm die Regel des
heiligen Bcnedikt, und behielt es unter seiner eigenen Leitung, so
wie er auch selbst die Lebensweise fortsetzte, die er zu Cassino sich ange-
wöhnt hatte, in wie weit es bei seinem bischöflichen Amte geschehen
konnte. Durch sein einnehmendes Wesen, und durch feine große
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen