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236 Der heilige Willehadus, Bischof zu Bremen :c.
Schooß der heiligen Kirche, und bekehrte viele Heiden zum Chri-
stenthume.
Von Dokum begab sich Willehad über den Fluß Lavvers nach
Humarka (Huckmcrk), dessen Bewohner noch Heiden waren. Diesen
stellte er mit großer Freimüthigkeit die Thorheit vor, leblose Götzen
aus Holz und Stein anzubethcn, und von ihnen Hilfe zu erwarten.
Dadurch wurden sie gegen ihn so sehr erbittert, daß sie ihn, weil
er ihre Götter gelästert habe, auf der Stelle todten wollten. Zum
Glücke für Willehad befanden sich unter ihnen einige, welche beson-
nener waren, und die Wuth der andern dadurch besänftigten, daß
sie vorschlugen, durch das Loos zu entscheiden, ob er getöotct wer-
den solle, oder nicht. Das Loos entschied, gewiß nicht ohne beson-
dere Lenkung der göttlichen Vorsicht, für sein Leben, worauf er un-
verletzt diesen Ort verließ. Jetzt kam er nach Drente, verkündigte
da das Evangelium, bekehrte viele Heiden, und taufte sie. Der
gesegnete Erfolg seiner Bemühungen spornte seinen Eifer. Er ver-
doppelte seine Anstrengung in Bekräftigung der Ncubekehrten, und
in der Bekehrung de^er, deren Verstand und Herz dem Lichte des
Glaubens noch verschlossen waren. Die eifrigsten aus den Ncube-
kehrten gesellten sich zu ihm, als seine Schüler, und zerstörten meh-
rere Götzenbilder. Dadurch ward gereizt der Zorn der Abgötterer,
die sich zusammenrotteten, in der Absicht, den Willehad und seine
Anhänger zu todten. Während jener von einigen durch Schläge grau-
sam mißhandelt wurde, rannte ein anderer mit entblößtem Schwerte
auf ihn los, ihm das Haupt abzuschlagen. Er führte den Streich.
Es wurde aber nur das Band, an welchem der christliche Priester
ein Reliquicnkästchen am Halse hängen hatte, cntwei geschnitten, er
aber blieb, durch besondern Schutz Gottes, unverletzt. Darüber
staunten die Heiden, und getrauten sich nicht mehr, dcin Diener des
Herrn ein Leid zuzufügen.
Der fränkische König Karl erhielt Kunde von dem Bekehrungs-
eifcr, und von den apostolischen Arbeiten des heiligen Willehads, so
wie von dem segensvollen Erfolge, mit dem Gott dieselben bei den
Friesen gekrönt hatte. Er berief ihn deßhalb zu sich, bezeigte ihm
große Verehrung, und bewog ihn, den Sachsen das Evangelium
zu verkündigen. Freudig, weil vertrauend auf Gott, unterzog sich
Willehad dem schweren und gefahrvollen Geschäfte. Er verfügte sich
um das Jahr 781 nach Wigmod, in der Gegend von Bremen und
Verben, streute den Samen des göttlichen Wortes aus, und ward
erfreut durch eben so schnelle als reichliche Früchte. Unterstützt von dem
König Karl erbaute er verschiedene Kirchen, versah sie mit Priestern, und
setzte dabei mit uncrmüdeter Anstrengung die Verkündung des heiligen
Wortes in einem großen Bezirke des Landes fort. Auf einmal aber
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen