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Am 24. November. 259
der Muselmänner oder Juden werden müßten. Da erneuerten sich
alle die Wunder des Heldenmuthes, welche die Christen einst in den
schönsten Tagen der Kirche thaten. Geistliche und Lajcn, Männer,
Weiber und Kinder zeichneten sich durch die heldenmüthigsten Opfer
in die Wette aus. Der Priester Perfcktus, der in seiner Jugend
den Glauben verläugnet hatte, verbesserte dieses gegebene Aergerniß
auf eine so glänzende Weise, daß er einer der Ersten war, dem die
Marterkrone zu Theil wurde. Befragt von den Ungläubigen, was
er von Jesus Christus, und was von Muhamed halte? antwortete
er: „Jesus Christus ist unser Gott, über Alles gebenedeit in Ewig-
keit. Den Muhamed halte ich für einen jener falschen Propheten,
von welchen daß Evangelium vorhergesagt hat, daß sie Viele ver-
führen , und in's ewige Feuer stürzen werden." Da ward er von
den Muselmännern ergriffen, und hingeführt zu dem Ladi (dem
Richter) welcher auf der Stelle das Todesurtheil liber ihn aus-
sprach. Dieses sollte an einem bald einfallenden Festtage der Mu-
selmänner vollzogen werden. Bis dahin wurde er, mit Fesseln be-
laden, verwahrt in einem Kerker, in welchem er durch Wachen, Fa-
sten und Gebeth sich kräftigte in dem Glauben, den er früher ver-
läugnet hatte. Am bestimmten Tage schlappte man ihn fort über
den Fluß Bötis, südlich von Cordova, auf eine weite Ebene, wo er
enthauptet wurde am 8. April 850. Um die nämliche Zeit wurde
ein Kaufmann, der Johannes hieß, bei dem Cadi angeklagt, er habe
Muhamcd gelästert, und dessen Anhänger zum Abfalle gereizt. Weil
die Anklage nicht hinlänglich erwiesen war, getraute sich der Cadi
nicht, das Todesurtheil über ihn auszusprechen. Er ließ ihn aber
fürchterlich schlagen, auf daß er dem Glauben an Jesus Christus
entsage. Mitten in der Qual bekannte Johannes laut den Gekreu-
zigten, dem er bis zum letzten Athemzug getreu bleiben werde. Er
wurde endlich, nachdem er über fünfhundert Streiche empfangen
hatte, halbtodt rücklings auf einen Esel gescht, und durch die Stadt
in den Kerker geführt. Vor ihm her ließ der Cadi ausrufen: »So
werden die gezüchtiget, welche den Propheten lästern, und seine Lehre
verachten." Im Kerker war sein Genosse der Priester Eulogius,
dem wir die Geschichte dieser Verfolgung verdanken.
Bald darauf kamen Mönche nach Cordova, welche öffentlich ge-
gen die falsche Lehre Muhameds sich erklärten. Unter ihnen war
Isaak, aus dem von Cordova sieben Meilen entfernten Kloster Ta-
bane, das erste Opfer der Verfolgung. Er wurde nach vielen Miß-
handlungen am 3. Juni 851 enthauptet. Zwei Tage nachher ward
ebenfalls enthauptet der Jüngling Scmctius, und am 7. Juni, dcr
ein Sonntag war, wurden getödtet Petrus von Astigitane, Volabon-
sus, Sabinianus und Vistremundus aus dem Kloster des heiligen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen