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Am 17. Februar. 265
hast mich schon oft ermahnt, der Welt ganz zu entsagen, und das
Klosterleben mir angerühmt. Eben jetzt ist, wie ich meine, die er-
wünschte Zeit da, wo wir eine höhere Vollkommenheit erringen sol-
len. Von nun an sollst du statt der Gattin, wie eine Schwester
mir seyn. Wir wollen anhaltend dem Gebethe uns widmen, und
dadurch zum Marterkampfe uns kräftigen." Freudig stimmte Sabi-
gotha dem Entschlüsse des Gatten bei. Von nun an stand zwar
für den Anblick derer, die in's Haus kamen, das schön aufgemachte
Ehebett da. Aurelius aber und Sabigotha hatten wie Bruder und
Schwester abgesonderte Schlafstellen. Sie schliefen auf harnen Decken,
fasteten oft, betheten ohne Unterlaß, widmeten viele Stunden der
Nacht der heiligen Betrachtung, und übten viele Werke der Liebe;
insbesondere besuchten sie vielfaltig die des Glaubens wegen gefan-
genen Christen, Aurelius die Manns-, Sabigotha die Weibsperso-
nen. Dadurch kam Aurclius in vertraute Freundschaft mit dem kom-
men Eulogius. Diesen fragte er um Rath, was er bei der bevor-
stehenden Lebensgefahr in Ansehung seiner zwei Kinder und seiner
ansehnlichen Güter verfügen solle. Der weise Priester rieth ihm, die
Kinder an einen sichern Ort zu bringen, wo sie im Christcnthume
erzogen würden, die Güter zu verkaufen, und den Erlös zum
Theile für seine Kinder zu bestimmen, zum Theile an die Armen zu
verwenden.
Als dieses geschah, waren die Jungfrauen Flora und Maria
noch am Leben. Bald nachher, als sie den Martertod erduldet hat-
ten, erschienen sie der Sabigotha in einem nachtlichen Traumgesichte,
angethan mit glänzend weißem Gewände, Blumcnbüschel in den
Händen haltend, und umgeben von vielen Heiligen. Sabigotha
sprach zu ihnen: „Was darf ich hoffen? Wird mein Verlangen,
dessen Erfüllung ich euerer Fürbitte bei Gott in dem Kerker empfoh-
len habe, befriediget werden? Wird mir das Glück werden, daß
ich in euere Fußstapfen trete, und ein Blutzeuge Christi werde?"
Flora und Maria antworteten: „Nach wenigen Tagen wirst du die
Martcrkrone erlangen. Zum Unterpfande dieser Verheißung werden
wir zu dir einen Mönch schicken, der mit dir den Siegcskranz er-
langen wird." Sabigotha erzählte ihrem Gemahl das gehabte Ge-
sicht, und beide glaubten, daß Gott durch dasselbe ihr nahes Ende
andeuten wolle. Sie brachten eilig ihre Sachen in Ordnung, und
bereiteten sich mit noch größcrem Eifer zum Tode. Während dessen
kam ein Mönch, Gregor mit Namen, nach Cordova. Er war aus
dem Kloster des heiligen Sabas bei Jerusalem. Sein Abt, David,
hatte ihn nach Afrika geschickt, bei den Christen dieses Landes Lie-
besgaben zu sammeln. Weil Gregor die Provinz Afrika von den
Arabern beherrscht fand, ging er in gleicher Absicht nach Spanien.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen