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288 Der heilige Eulogius, Priester und Märtyrer.
halt gestatte? Darauf erwiederte dieser: es sey einem Priester nicht
erlaubt, Jemanden, der Belehrung suche, von sich zu weisen. Der
Richter ward zornig, und drohte dem Eulogius, ihn schlagen zu
lassen, bis er seinen Geist aufgebe. .,Die Sache könnte besser mit
dem Schwerte abgethan werden/' erwiederte der Priester, und sprach
dann mit großem Eifer gegen Muhamed und seine trügliche Lehre.
Dieß veranlaßte den Richter, ihn dem königlichen Rathe vorstellen
zu lassen. Da redete einer der Rathshcrrcn ihm zu, daß er zur
Lehre des Propheten sich bekennen sollte, weil er nur dadurch sein
Leben retten werde. „O, wenn du wüßtest, welche Belohnung jcn
erwartet, die auf unserm Glauben standhaft verharren, so würdest
du auf der Stelle das Amt, das du begleitest, niederlegen," versetzte
Eulogius, und fing dann an zu sprechen von der Wahrheit des
Evangeliums; die Nichter aber verurthcilten ihn, um ihn nicht län-
ger hören zu müssen, alsbald zum Tode durch das Schwert. Als
cr hinausgeführt wurde zur Richtstä'tte, schlug ihn einer von den
Gerichtsdienern auf die Wange. Eingedenk der Worte des Sohnes
Gottes, reichte er ihm schweigend auch die andere dar, und empfing
einen zweiten Streich. Angekommen auf dem Richtplatze warf er
sich auf seine Kniee, erhob seine Hände zum Himmel, bethete, be-
zeichnete sich mit dem heiligen Kreuze, und empfing dann unerschrocken
den Todcsstreich am 11. März 859, Nachmittags um 3 Uhr.
Seine Leiche wurde bei der Kirche des heiligen Zoilus beerdigt.
Vier Tage hernach wurde auch Leokritia enthauptet. Die Ungläu-
bigen warfen ihren Leichnam in den Fluß Bötis; er wurde aber
von den Christen herausgezogen, und ehrenvoll begraben. Viele
Jahre noch dauerte in Spanien die Verfolgung der Christen durch
die Sarazenen, deren Macht in diesem Reiche erst im fünfzehnten Jahr-
hunderte vollends zu Grabe ging, fort. In dieser Verfolgung, wie
in allen andern, zeigte sich die unbesiegbare Kraft Jesu Christi in
dem Kampfe und in dem Siege unzähliger Bckenner und vieler
Märtyrer. Auch in dieser Verfolgung erwahrte sich der Ausspruch
eines alten Kirchenvaters: „Das Blut der Märtyrer ist der Saame
der Christen." — »Euch — Christen — ist die Gabe verliehen,
an Christus nicht nur zu glauben, sondern auch für Ihn zu leiden/'
(Philpp. 1, 29.)
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen