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Am o. März. 2?3
Bitte, baß zu ihnen ein Mann geschickt werde, der in der christli-
chen Religion sie gründlich unterrichte, damit sie nicht länger der
Gefahr ausgesetzt seyen, von Juden und Muhamcdanern irre geleitet
zu werden. Der Kaiser ordnete auf Einrathen des Patriarchen Ig-
natius, seiner gottseligen Mutter Theodor« und seiner Schwester
Thekla, den Cyrillus zu den Chacarn ab. Entstammt von Liebe zu
Gott und zu seinen Mitmenschen, unterzog sich dieser freudig dem
obgleich sehr schweren Berufe. Bevor er jedoch zu den Chacarn
kam, verweilte er einige Zeit in Cherson, da die Sprache dieses
Volkes, wahrscheinlich die slavische, zu erlernen. Während seines
Aufenthaltes in Lherson erfand er auch eine Schrift für diese Sprache,
verfaßte in derselben einige Bücher über die wesentlichsten Stücke des
christkatholischen Glaubens, und übersetzte in dieselbe die heiligen
Evangelien. Bei den Chacarn erfüllte er das Amt eines christlichen
Glaubenspredigers mit eben so viel Weisheit als Treue. Alle durch
Juden und Saracenen Irregeführten brachte er zur wahren christli-
chen Lehre zurück, und stiftete sich durch seine apostolische Bemühun-
gen unter den Chacarn das segensvollste Andenken. Als Cyrillus
nach Constantinopel wieder zurückkehren wollte, wurden ihm von den
dankbaren Chacarn reichliche Geschenke angeboten. Er aber nahm
sie nicht an, sondern bat sich als Belohnung die Loslassung der Ge-
fangenen aus.
Cyrillus war nach Constantinopel zurückgekehrt, als der mähri-
sche Fürst Bartilas vernahm, wie viel Gutes der eifrige Priester bei
den Chacarn gestiftet hatte. Unverweilt schickte Bartilas ebenfalls,
nach dem Beispiele der Chacarn, Gesandte nach Constantinopel, durch
die er dem Kaiser Michael 111. sein und seiner Unterthanen Verlan-
gen nach dem Christenthum«! vorstellen, und um christliche Lehr?" bit-
ten ließ. Die Wahl des Kaisers fiel auch dießmal auf den Cyril-
lus , der mit seinem Bruder Methodius nach Mähren abgeordnet
wurde. Auf der Reise dahin, zu welcher sie auf Anordnung des
Kaisers mit allem Nöthigen reichlich versehen wurden, streuten die
beiden Brüder den Samen des göttlichen Wortes auch in Bulgarien
aus. Die Mährer freuten sich unbeschreiblich über die Ankunft der
ersehnten Glaubensboten. Ihre Freude ward vermehrt, als sie er-
fuhren, daß dieselben das Evangelium, in die slavische Sprache über-
setzt, und Reliquien des heiligen Papstes Clemens mit sich bringen.
Mit glühendem Eifer fingen Cyrillus und Methodius ihr neues Tage-
werk an. Sie verkündigten das h«lige Evangelium, unterrichteten
die Jugend in den Wissenschaften, lehrten die Erwachsenen die Kir-
chcngebrciuche, übten mit unermüdetem Fleiße die Scclsorge aus, und
zerstreuten unzählige Irrthümer, von denen dieses Volk bisher befan-
gen war. Sie Aussaat siel auf ein gutes Erdreich. Gottes Gnade
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen