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Am 20. Juni. 303
marsen, Dänemark, Schweden, und auf der Insel Rügen, welche
der Kaiser Lothar im Jahre 843 sich unterworfen, und dem Kloster
Corbci geschenkt hatte. Nicht weniger große Verdienste, als die
Mönche von Corbei, hat sich durch Verkündigung des christlichen
Glaubens unter den Slaven der heilige Adalbertus, erster Erzbischof
von Magdeburg erworben. Er kam bis nach Rußland, durch fol:
gende Veranlassung:
Olga, die Königin der Russen kam zur Zeit des Constantius
Porphyrogcnitus nach Constantinopel, bekehrte sich da zum Christen-
thume, und ließ sich taufen. In der Taufe wurde ihr der Name
Helena beigelegt. Im Jahre 959 ordnete sie eine Gesandtschaft an
den Kaiser Otto I. ab, mit der Bitte, daß cr einen rechtgläubigen
Bischof und Priester nach Rußland zur Bekehrung ihres abgöttischen
Volkes senden wolle. Otto nahm die Gesandten gütig auf, und
willigte gern in ihre Bitte. Libutius, ein Mönch aus dem Kloster
des heiligen Albanus zu Mainz, wurde zur Sendung nach Rußland
bestimmt, und im Jahre 960 zum Bischöfe geweiht. Er wurde
aber von dem Tode hingerafft, bevor er dahin abreisen konnte. Die
apostolische Sendung wurde nun dem heiligen Adaldertus übertragen.
Er war Mönch im Kloster des heiligen Maximins zu Trier, ausge:
zeichnet durch Gelehrsamkeit, und durch Tugend. Der trierische Erz-
bischof Guilelmus betrieb diese Sendung mit vieler Geschäftigkeit,
ward aber dazu verleitet, nicht durch reinen christlichen Eifer, son-
dern durch den Wunsch, einen Mann, auf dessen große Vorzüge cr
nicht ohne Neid hinsah, zu entfernen. Selbst der Menschen unedles
Unternehmen muß sehr oft zur Ausführung der Plane Gottes die-
nen. Adalbertus wurde zum Bischöfe der Russen geweiht, und rei-
sete, von dem Kaiser Otto mit allen Erfordernissen wohl verse-
hen , zu seiner neuen Bestimmung ab, in unbegränztcm Vertrauen
auf den, dessen heiligen Namen cr dem abgöttischen Volke verkündi-
gen wollte.
Die russische Fürstin Helena hatte sich in der Meinung ge-
täuscht, welche sie von der Empfänglichkeit ihrer Unterthanen für
das Reich Gottes hatte. Das eifrigste Bemühen des Adalbertus
blieb fruchtlos. Er sah sich gcnöthiget, ein Volk zu verlassen, wel-
ches die Finsternisse dem Lichte vorzog, und daher diesem den heftig-
sten Widerstand leistete. Auf seiner Rückreise nach Deutschland wun
den einige seiner Gefährten getödtet. Er selbst rettete, nicht ohne
besondere Fügung der göttlichen Vorsehung, sein Leben. Er kam
nach Mainz, wo cr von dem Erzbischofe, der nun bessern Sinnes
geworden war, und alle Abneigung gegen ihn abgelegt hatte, sehr
gütig aufgenommen, und mit Beweisen der aufrichtigsten Liebe über-
häuft wurde.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen