Page - (000346) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Image of the Page - (000346) -
Text of the Page - (000346) -
344 Der beilige Stephanus, und der heilige Emerikus.
auf Erden regiert hat, das ewige Reich erlangen. Nimm indessen
den Mann, der zu dir kommen wird, gütig auf, und lief zu Her-
;cn seine Unterweisung: denn cr ist zu deinem Heile gesendet."
Dieser Mann war, nach den über dieses Gesicht gemachten Deutun-
gen , der heilige Adelbert, der nach Ungarn kam, den christlichen
Glauben zu verkündigen. Der Gemahlin des Gcisa, und der Mut:
ter des heiligen Stephanus soll kurze Zeit vorher, als sie diesen gc-
dar, ebenfalls in einem nächtlichen Gesichte, der erste christliche Mar-
tyrer, der Diakon Stephanus erschienen senn, und sie versichert ha-
ben, daß sie einen Sohn gebaren werde, den sie Stephanus nennen
solle, — dieser werde der erste König von Ungar» semi. —
Bald nach seiner Geburt ward Stephanus begnadigt durch die
Wiedergeburt seines Geistes in der heiligen Taufe, die er empfing
von dcm heiligen Adclbcrtus, dem Bischöfe von Prag, der sich die
Verbreitung der christlichen Religion in Ungarn mit großem Eifer
angelegen seyn ließ, und daher auch wohl großen Einfluß haben
mochte auf die gute, gottcsfürchtige Erziehung des königlichen Prin-
zen. Stephanus mochte dreizehn Jahre alt seyn, als sein Vater
Geisa die Großen und die Stände seines Reiches zusammen berief,
und sich das Versprechen von ihnen geben ließ, nach seinem Tode
die Regierung des Landes seinem Sohne zu übergeben. Nicht lange
hernach starb Gcisa, und Stephan, der Erste mit dem Titel eines
Königs von Ungarn, empfing von Allen die Huldigung. Obgleich
sehr jung, besaß cr reifen Verstand, viele Kenntnisse und große Klug-
heit, und war beseelt mit einem glühenden Eifer für die göttliche Reli-
gion. Sein Vater Gcisa hatte, zumal in den letzten Jahren seiner
Regierung, zwar Vieles für die Aufnahme des Christenthumes in
seinem Lande gethan, aber doch noch viel Mchrcrcs zu thun seinem
Sohne überlassen. Erst angefangen war das große Werk der Be-
kehrung der abgöttischen Nation, welches Stephan nun mit eben so
großem Eifer fortsetzte, als segensvollem Erfolge, unter dem Bei-
stande der göttlichen Gnade, vollendete. Sich diesem großen Ge-
schäfte und dadurch dem höchsten Wöhlc seines Reiches ganz und
ungetheilt widmen zu können, und sich der Beihilfe seiner Nachbar-
staaten, wenn er sie bedürfen sollte, zu versichern, befestigte er mit
diesen sogleich nach dem Antritte seiner Regierung den Frieden.
Darauf erklärte er seinen Großen und dem Volke den unabänderli-
chen Entschluß, die Abgötterei aus seinem Lande ganz zu vertilgen,
und traf dazu die wirksamsten Anstalten. Allein bald erregten ei-
nige der Vornehmsten des Landes gegen ihn eine Empörung. Der
Urheber derselben war Cupa, der Graf von Legzard, welcher zugleich
auch die Oberherrschaft des Landes an sich reißen wollte. Die Em-
pörer verschafften sich einen großen Anhang aus dem abgöttischen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen