Page - (000348) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Image of the Page - (000348) -
Text of the Page - (000348) -
346 Der heilige Stephanus, und der heilige Emerikus.
schritte der christlichen Religion in Ungarn, und zu erbitten die Be-
stätigung der daselbst errichteten Bisthümer und Klöster. Der Papst
Silvester I I . war hoch erfreut über das Wachsthum des heiligen
Glaubens, gab nicht nur gerne die Bestätigung zu allen kirchlichen
Einrichtungen, dic der gottselige Köniq, dein er den ehrenvollen Na-
men eines Apostels beilegte, in seinein Reiche getroffen halte, son-
dern ordnete auch seiner Seits einen Gesandttn an Etephanus ab,
mit einer goldenen Krone für ihn, und mit eincm Kreuze, das er
sich, als ein würdiger Apostel des Gekreuzigten vorantragen lasten
sollte. Ilcberdies; erteilte Silvester dem .Noinqe die Vollmacht, im
Namen des päpstlichen Stuhles Alles anzuordnen und einzurichten,
was er zur Förderung des Christenthums in seinem Reiche als noth:
wendig und ersprießlich erachten würde, insbesondere auch die Bis-
thümer nach seinem Gutdünken zu besetzen.
Nach der Ankunft des päpstlichen Gesandten berief Stephan
die Vornehmsten seines Reiches, und die Bischöfe zusammen, und
ließ sich unter dem Zulauf einer großen Volkszahl feierlich zum Kö-
nige salben, und mit der von Rom erhaltenen Krone krönen. Um
diese Zeit verehelichte er sich mit Gisela, der Schwester des heiligen
Heinrich, Herzogs von Bayern, und nachmaligen römischen Kaiser?.
Der heilige Stephanus übergab durch Gelübde sich und sein Reich
dem besondern Schutze der heiligen Gottesmutter, auf deren Namen
er eine prächtige Kirche zu Stuhlwcißenburg erbauen ließ. Heut zu
Tage noch wird die Gottesmutter in Ungarn als dic Landespatro-
nin vertrauensvoll verehrt.
Im Jahre 100^ wurden Stephanus und Gisela von Gott
mit einem Sohne erfreut, dem sie bei der Taufe den Namen Eme-
rikus (Emcrich), beilegen ließen. Emerich war nicht nur durch die
Wohlgestalt seines Körpers, sondern auch durch vortreffliche Gaben
deß Verstandes und des Gemüthes, das treue Ebenbild seiner from-
men , gottesfürchtigcn Aeltern, welche unadläßig dic größte Sorge
auf die gute Ausbildung desselben verwendeten. E» wuchs heran
zum holden Knaben, zum edlen Jünglinge. Sein frommer Sinn,
seine Unschuld, seine Bescheidenheit, sein ungcheucheltes Wohlwollen
gegen alle Menschen machten ihn zur höchsten Freude seiner Eltern,
»nd zum Lieblinge Gottes. Der gottehfürchtigc Jüngling hegte emc
linbegränzte Hochschätzung für jungfräuliche Reinigkeit, weßhall) er
die Unschuld seines Herzens mit einem seltenen Eifer bewachte.
Helle und rein, wie in einem Spiegel, war es in seinem jugendli-
chen Gemüthe. Gott fand ihn daher würdig, mit außerordentlichen
Gaben zu begnadigen. Die Geschichte erzählt unter andern Folgen-
des: Als der König einmal zu dem Kloster des heiligen Martin
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen