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Am 13. Oktober. 361
Königs Kanut zur Ehe genommen hatte, ein ehrsüchtiger und hcrrsch-
gieriger Mann. Dieser gab dem jungen Könige seine Tochter zur
Gemahlin, um desto größern Einfluß in der Regierung zu haben.
Den herrschsüchtigen Absichten dieses Goduins stand die fromme
Emma, Eduards Mutter, im Wege. Der arge Mann suchte sie
deßhalb vom Hofe zu entfernen, brachte in dieser Absicht schwere
Beschuldigungen gegen sie vor, und steigerte so sehr die Abneigung
des Königs, ihrcs Sohnes, gegen sie, daß er sie schon im ersten
Jahre seiner Regierung ihrer Güter beraubte, uud in ein Kloster
einsperren ließ. Mit dieser Kränkung war der hämische Neid noch
nicht zufrieden. Es wurde gegen die königliche Mutter nun auch
noch die Beschuldigung eines schändlichen Umganges mit dem Bischöfe
von Winchester vorgebracht. Ihre Schuld oder Unschuld sollte nach
damaliger Sitte durch die Feuerprobe sichtbar werden. Sie mußte
mit bloßen Füßen auf glühenden, neben einander hingelegten Pflug-
scharen, cinhcrgehen. Gott erbarmte sich seiner schuldlosen, vcr-
traucnsvollen Dienerin. Sie ging unverletzt aus dem Feuer hervor.
Eduard erkannte jetzt die Unschuld seiner Mutter, bercuete tief das
Unrecht, das er aus Uebereilung derselben angethan hatte, stellte ihr
alles zurück, und unterwarf sich öffentlich einer strengen Buße. Den
schlimmen Rathgeber Goduin entfernte er, nahm ihn aber in der
Folge wieder zu Gnaden auf, und schenkte ihm großes Vertrauen. —
Editha, Eduards Gemahlin war in jeder Hinsicht das Gegen:
stück ihres stolzen und herrschsüchtigen Vaters. Der Geschichtschreiber
Ealred nennt sie deßhalb eine Rose vom Dorngesträuche. Ihre vor-
treffliche Gemüthsart, und ihre glänzenden Tugenden, machten sie
des gottcsfürchtigen Königs vollkommen würdig. Wie dieser, so
schätzte auch sie die jungfräuliche Reinigkeit sehr hoch, und beide
lebten in beständiger Enthaltsamkeit, innigst vereinigt durch das
Band heiliger Liebe, eines das andere kräftigend in wahrhaft christ-
licher Gesinnung, und entstammend zu Werken der Gottseligkeit.
Eduard ließ die von seinem Großvater Edgar vorgeschriebenen,
von den Dänen aber in Vergessenheit gebrachten Gesetze sammeln,
und sie in Erfüllung bringen. Während seiner ganzen Regierung
entstand keine innerliche Unruhe, welche nicht sogleich unterdrückt
worden wäre. Eben so wenig wußte man unter ihm von auswär-
tigen Feinden, denn er genoß der Hochachtung und der Liebe seiner
benachbarten Regenten. Seine Unterthanen freuten sich einer fort-
währenden Ruhe, und verehrten ihn deßhalb als ihren wohlthätigen
Vater. Er aber pries Gott, von dem jede Güte kommt. Seine
Sanftmuth und sein liebevolles Betragen gegen Jedermann ging so
weit, daß er sogar den niedersten Menschen zu beleidigen sich fürchtete.
Eduard hatte aus Dankbarkeit für den wiedererlangten Thron seiner
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen