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Am 27. HllM. 387
ziehung der Bischöfe und der Vornehmsten seines Reiches im Jahre
1092 in einer allgemeinen Staatsvcrsammlung zu Zollnok, in Obcr-
ungarn, festsetzte. Viele dieser Gesetze hatten den Glanz d?r heili-
gen Religion, und insbesondere die Verbesserung der Kirchcnzucht
zum Zwecke. Auf würdige Sonn: und Festtagsfcier setzte er mit
Recht sehr großes Gewicht; deßhalb verordnete er, daß, wer an
Sonn- und Festtagen in der Pfarrkirche sich nicht einfinde, durch
Schlage gezüchtiget werden solle. An diesen Tagen war auch das
Jagen und Handeln verboten, und man nahm selbst den Juden die
Werkzeuge weg, wenn man sie an denselben bei der Arbeit traf.
In Allem stellte sich Ladislaus als erbauliches Vorbild der Gottse-
ligkeit und als vollkommenes Muster jeder Tugend dar.
Der Geschichtschreiber Bonfinius sagt, es sey auf höhere Ein:
gebung geschehen, daß der König Ladislaus die Stadt Großwardein
erbaut, in derselben eine herrliche Kirche zu Ehren der Mutter Got-
tes hergestellt, und einen bischöflichen Sitz errichtet habe. In Kroa-
tien errichtete er das Bisthum Agram, und versah es mit den er-
forderlichen Einkünften. Wahrend der Mißhelligkeiten, welche zwi-
schen dem römischen Papste Gregor, und dem Kaiser Heinrich ob-
walteten , trugen die Deutschen dem Könige Ladislaus die Kaiser-
krone an. So groß war die Verehrung, welche dieser edle Fürst
auch im Auslande genoß. Er verweigerte aber standhaft die ange-
tragene Würde. So wenig dürstete sein Gemüth nach irdischem
Glänze. Als im Jahre 1096 der große Kreuzzug nach Asien zur
Eroberung des gelobten Landes unternommen wurde, stellte sich der
tapfere Ladislaus, auf dringendes Verlangen mehrerer Fürsten, an
die Spitze der Kreuzfahrer, deren Anzahl auf dreimalhundcrt Tau-
send sich belief. Er hatte aber die Gränzen seines Reiches noch
nicht überschritten, als er erkrankte. Er berief eilig die Vornehm-
sten seines Reiches zu sich, verabredete mit ihnen, wer nach seinem
Tode, da er kinderlos sey, den Thron einnelmien sollte; verordnete
all sein Vermögen den Kirchen, den Klöstern und den Armen, und
starb bald darauf mit der vollkommensten Ergebung in den Willen
des Herrn, am 30. Juli 1096. Sein Leib wurde mit großer
Pracht, aber auch unter allgemeiner Trauer zu Großwardein beerdi-
get, und schon im Jahre 1192, auf Gutheißen des römischen Stuh-
les, feierlich wieder erhoben, und der Verehrung der Gläubigen
ausgesetzt. —-
„Barmherzigkeit und Wahrheit schützen den König. Durch die
Güte wird sein Thron befestiget." Sprichw. 20, 28.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen