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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
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388 Der heilige Bruno, Drdensstifter. (Am L. Oktober.) Dcr heilige Bruno stammte aus einer adeligen Familie ab und wurde geboren zu Köln, zwischen den Jahren 10^» und 1040. Die erste Erziehung erhielt er in dem Hause seiner Eltern und in den Schulen seiner Vaterstadt. Beglückt mit ausgezeichneten Gei- stesgaben blühte der zarte Knabe, wie die Frühlingörose, lieblich empor, und ward, insbesondere durch seine kindliche Gottesfurcht und durch seine Frömmigkeit, zum reizenden Vorbilde seiner Alters: und Schulgenossen. Er war aus den Knabcnjahrcn kaum ausgetre- ten , als er nach Rheims in Frankreich zur Erlernung dcr lateini- schen Sprache und der Dichtkunst gebracht wurde. Von Rheims verfügte er sich nach Tours, wo er unter Leitung des berühmten Berengars die Weltwciöheit studirte. , Der Ruhm, welchen Bruno zu Rheims erlangt hatte, bewog den Erzbischof Gervasius, ihn um das Jahr 1050 als Lehrer zu der dortigen Schule zu berufen. Nachdem Hermann, unter dessen Aufsicht und Leitung die Schulen zu Rheims standen, in's Kloster sich zurückgezogen hatte, wurde dem Bruno das so wichtige als schwere Amt der Oberaufsicht übertragen. Ueberdieß ward er zum Kanonikus dcr Kirche zu Rheims, und endlich um das Jahr 107^ zum Kanzler des erzbischöflichen Consistoriums bestellt. Als Lehrer ließ er sich mit gleichem Eifer die Bildung des Verstandes, und die Veredlung des Herzens seiner Schüler angelegen seyn, in der vollkommensten Ueberzeugung, daß jene ohne diese nur bittere Früchte des Verderbens hervorbringe. Durch väterliche Liebe zog er die Herzen seiner Zöglinge an sich. Mit sorgfältiger Hand streute er den Samen der Gottesfurcht, die da ist der Anfang der Weisheit, in dieselben aus. Mit wachsamer Treue förderte er Gedeihen durch liebevolle Ermahnungen und ernste Warnungen, mehr aber noch durch das Vorbild des eigenen lautern Sinnes und frommen Wan- dels. Die Geschichte hat uns die Namen mehrerer durch Weisheit und Tugend ausgezeichneter Männer aufbewahrt, deren Glanz und Ruhm auf ihren Lehrer Bruno zurückfallt. Ich will hier nur des Odo erwähnen, der unter dem Namen Urban l l . im Jahre 1088 den päpstlichen Stuhl bestiegen hat. Im Jahre 1067 starb Gervasius, der Erzbischof zu Rheims. An seine Stelle kam Manasses, ein Mann, welcher den Adel seiner Abstammung durch ein sehr unedles Gemüth brandmarkte. Nicht durch die Thüre ging er ein in den Schafstall Jesu Christi, sondern durch das Fenster schlich er sich in denselben. Nicht durch regel-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Title
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Subtitle
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Volume
2
Author
Anton Mätzler
Publisher
Landshut Verlag
Location
Wien
Date
1840
Language
German
License
PD
Size
9.8 x 16.9 cm
Pages
982
Keywords
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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