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Am 21. April. 403
waren. „Taglich/- sagte er, „züchtigen wir sie mit dcr Ruthe, und
doch werden sie täglich schlimmer/- Anselm fragte: „Wie sind si?
aber, wenn sie in das Jünglingsalter kommen?" Darauf erwiederte
der Abt: »Dann sind sie dumme und faule Vieher." Jener ver-
setzte: „Das ist wahrlich eine herrliche Erziehung, die den Menschen
zum Vieh umändert. Sage mir, wenn du einen Baum in deinen
Garten pflanzen, ihn aber so einengen würdest, daß sich seine Aeste
gar nicht ausbreiten könnten, was müßte das für ein Baum wer-
den? Nicht wahr, ein in sich selbst verschrobener, verkrüppelter und
daher unnützer? Gerade so macht ihr die armen Knaben, wenn ihr
sie so sehr beschranket und aller Freiheit beraubet, zu Menschen mit
einer mißtrauischen, verschlossenen und heimtückischen Gemüthsart,
die, wenn sie eingewurzelt hat, alle cuere Mühe vereitelt. Wenn
ihr euch gegen sie nie freundlich zeiget, so werden sie euch kein Ver-
trauen schenken, und glauben, daß ihr Alles aus Haß und Abnei-
gung thut. — Dcr schwache Knabe soll mit Eanftmuth geführt,
mit freundlicher Liebe auf die Bahn der Tugend geleitet, und seine
Fehler müssen mit vieler Geduld ertragen werden."
Der heilige Isidor, und die selige Maria,
Bauersleute in Spanien.
(Am 10. Mai.)
Es ist im Verlaufe dieser Legende, schon einmal bemerkt wor-
den, daß, obgleich in den kirchlichen Heiligenvcrzcichnisscn wenigere
Heilige aus den sogenannten gemeinen, als aus den höhern Stän-
den vorkommen, wir deßhalb nicht glauben dürfen, daß in jenen
auch wirklich Wenigere die Heiligkeit erlangt haben. Das Licht un-
ter dem Scheffel ist doch Licht, kann aber gerade deßwegen weniger
gesehen und weniger beachtet werden, weil es unter dem Scheffel
steht. Tausende und abermal Tausende haben in den niedern Stän-
den sich gcheiliget; ihre Werke kamen aber nicht an das Licht, und
fanden eben keine Lobrede von menschlicher Zunge.
Der heilige Isidor ward geboren von armen Landleuten, die
Andern die Felder bauten, und sich ihr Brod durch Handarbeit ver-
dienen mußten. Er lebte am Ende des eilften Jahrhunderts zu
Madrid in Spanien, welche Stadt damals noch nicht so berühmt
war, als sie es heut zu Tage ist. In der christlichen Religion
wohl unterrichtet, trat er in den Stand seiner Eltern und wirkte in
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen