Page - (000408) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Image of the Page - (000408) -
Text of the Page - (000408) -
4U6 Der heilige Isidor, und die selige Maria :c.
die Entschuldigung hört: .,Es ist ja nur ein Thier!- so kann sol-
ches Verfahren nicht anders, als höchst strafbar und sündhaft ge-
nannt werden. „Der Gerechte sorgt auch für sein Vieh," sagt der
göttliche Geist in den Sprichwörtern 12, 10, „aber der Gottlose
ist grausam."
Isidor lebte bis'zum Jahre 1130. Sein Leichnam wurde im
gewöhnlichen Gottesacker bei der Kirche des heiligen Andreas in
Madrid begraben, und nach vierzig Jahren noch unversehrt gefun-
den. Gott würdigte sich, die Heiligkeit seines Dieners durch große,
zahlreiche und hinlänglich beglaubigte Wunder zu offenbaren, weß-
wegen er vom Papste Gregor IX. den Heiligen beigezählt, und der
öffentlichen Verehrung empfohlen wurde. Spanien, besonders die
Hauptstadt Madrid, verehrt ihn als vorzuglichsten Schutzpatron, und
begeht dessen jährliche Gedächtniß mit großer Feierlichkeit.
Von den auf Anrufen des heiligen Isidor geschehenen Wun-
dern soll nur eines hier erzählt werden. Die Seligsprechung Isi-
dors hat besonders Philipp I I I . , König von Spanien, mit vorzüg-
lichem Eifer betrieben; er wurde aber auch dafür reichlich belohnt.
Als er von Lissabon zurückkehrte, siel er zu Casarubis del Monte in
eine tödtliche Krankheit. Die Aerzte gaben alle Hoffnung auf; man
nahm deßhalb die Zuflucht zur Fürbitte des heiligen Isidor, Zu
Madrid war eben die Priesterschaft und das Volk in der Kirche des
heiligen Andreas versammelt, um für den König durch diese /5m-
bitte von Gott die Gesundheit zu erstehen, als ein Eilbote die Nach-
richt brachte, der König sey nächst am Tode, und habe schon alle
Besinnung verloren. Die Bestürzung war allgemein; doch gab man
das Vertrauen auf die Fürbitte des Heiligen noch nicht auf, beson-
ders da die Anordnung bekannt wurde, daß der Leib desselben zum
kranken Fürsten sollte getragen werden. Eben als der heilige Leib
aus der Kirche des heiligen Andreas, unter Begleitung einer unzäh-
ligen Volksmenge herausgetragen" wurde, w>.ld der König vom Fie-
ber befreit, und so bald man denselben in sein Zimmer brachte,
vollkommen genesen. Die heiligen Reliquien wurden darauf, wie im
Triumphe, nach Madrid zurückgetragen. Mehr als 60N0 Personen
zu Pferde mit brennenden Fackeln, unter Abfeuerung des Geschützes
und Läutung der Glocken, begleiteten dieselben.
Der Lcbensbcschreiber des heiligen Isidors bemerkt, daß dieser
Bauersmann zwei Grundsätze lebhaft vor Augen hatte, nach denen
er seinen Wandel einzurichten sich bestrebte: Erstens: „Suchet vor
Allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, das Ueb-
rige wird euch beigelegt werden. Matth. 6, ZZ." Zwei-
tens: „Jeder arbeite und wirke mit seinen Händen Gu-
tes, auf daß er auch den Dürf t igen mitthei len könne.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen