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41s» D?r heilige Hugo, Bischof zu Grenoble.
— frohlockend, daß er dem stürmischen Meere entkommen sey, und
diesen stillen und ruhigen Hafen des Heils gefunden habe. Allein,
er konnte dieser Ruhe sich nicht lange freuen. Auf das dringende
Verlangen des Erzbischofs von Rheims und auf das flehentliche Bit:
ten der Bewohner von Amicns sah er sich gciwthiget zu seinem Bis:
thume wieder zurückzukehren.
Nachdem er noch mehrere Jahre gearbeitet, gcka'mpft und ge-
litten hatte, wurde er endlich von Gott berufen, in Empfang zu
nehmen die Krone des ewigen Lebens, am 8. November des Iah:
res 1118.
„Ich bin der Weg," spricht Jesus. Der Sohn Gottes hat
uns nicht etwa bloß gelehrt, was wir thun sollen, um Erben des
ewigen Lebens zu werden; er hat Alles, was er gelehrt, selbst aus:
geübt, selbst erfahren, und in sich als einem lebendigen Lehrer dar:
gestellt; so, daß man sein ganzes Leben und Sterben als eine ge:
bahnte Straße zum Vater, als eincn sichern Weg in den Himmel
ansehen muß.
Er ist der Weg; denn alle ftinc Ncdcn, alle seine Gcberdcn,
alle seine Handlungen, alle seine Leiden, alle seine Erfahrungen, allc
seine Gebethe, alle seine Arbeiten sind für uns so viele, aufeinander:
folgende, tief eingedrückte Fußstapfen, in die wir nur eintreten, und
in denen wir nur fortgci>'» dürfen, um zu seinem und unserem Vcu
ter in das Land des Lichts und der Herrlichkeit zu kommen.
Der heilige Hugo, Bischof zu Grcnoble.
(Am I. April.)
Der heilige Hugo wurde geboren im Jahre 1053 , zu Cha:
tcauncuf an der Iscrc, im Bisthume Valcncc in Frankreich. Sein
Vater Odilo, obgleich in Kriegsdiensten stehend, bewahrte sich rein
von dem Verderben der Zeit) und brachte die letzten Lebensjahre in der
Carthause zu, wo er unter dem Beistände des gottseligen Sohnes,
der schon Bischof zu Grcnoblc war, seine Tage im Herrn vollen:
dete. Seine Mutter, eine wahre Christin, widmete sich nach dem
Tode ihres Gemahls, bis zu ihrem Ende, ebenfalls einzig mir den
Uebungen der Gottseligkeit, und den Werken der Liebe. Auch ihr
ward die Freude, die letzten Tröstungen von ihrem Sohne Hugo zu
empfangen. Dieser erhielt in dem elterlichen Hause eine Erziehung,
wie sie sich von so frommen und tugendhaften Eltern erwarten läßt.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen