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Am 20. August. 437
üben, oder die Unruhigen züchtigen, immer eine Mutter, weil sie
Alle, wie Kinder liebt, ob sie gleich jedem Einzelnen dieselbe Güte
auf eine andere Weise erzeiget. Wenn sie straft, so ist sie mild;
wenn sie liebkoset, so ist sie gerade; sie schlägt, ohne böse, sie thut
schön, ohne falsch zu seyn. Wenn sie zürnet, so ist sie geduldig,
und wenn sie fremde Fehler rügt, so ist sie demüthig. Sie ist es,
die als Mutter den Engeln und Menschen Frieden schafft im Him-
mel und auf Erden. Sie bringt das Ferne nahe, und einiget den
Menschen mit Gott." — (Der heilige Bernard an Fulko.)
Der heilige Eberhard, Erzbischof zu Salzburg.
(Am I. Juli.)
Eberhard wurde geboren in Franken, aus dem Geschlechte der
Grafen von Hildpoldstein, um das Jahr 1N90. Sein Vater, ein
rechtschaffener Christ, stand in> großem Ansehen. Seine Mutter war
ein ausgezeichnetes Muster der Frömmigkeit und der Tugend; strenge
im Wachen und Fasten, anhaltend im Gebethe, und unermüdct in
Werken der Liebe. Auf ihr frommes Zubringen geschah es, daß ihr
Gemahl eine Kirche zu Ehren der Mutter Gottes erbaute. Zu die-
sem Baue trug sie in eigener Person, mit bloßen Füßen, eine halbe
Meile weit Steine herbei. Durch dieses Beispiel gottseligen Eifers
und tiefer Demuth ermuntert, folgten viele Frauenspersonen ihr nach.
Von solchen Eltern erhielt Eberhard seine erste Erziehung. Er
ward, wie sie, gottesfürchtig, und blieb es bis zum Grabe. Her-
angewachsen zum Knaben wurde er nach Bambcrg geschickt, auf daß
er da den Wissenschaften sich widme, und seine vollkommene Ausbil-
dung erhalte. Er entsprach vollkommen den Erwartungen scincr
guten Eltern; indem er in nützlichen Kenntnissen sowohl, als in
gottesgefälligen Tugenden den erfreulichsten Fortgang machte. Nach-
dem er die Jahre des reifern Alters erreicht hatte, wurde er zum
Domherrn bei der bischöflichen Kirche zu Bamberg ernannt. Allein
er glaubte, daß Gott mehr von ihm fordere. In ernster Erwä-
gung, einer ewigen Belohnung sey es werth, den Unendlichen allein
zu lieben, und dem Vergänglichen zu entsagen, begab er sich in das
Kloster St. Michael, und empfing das Ordcnskleid. Die Domher-
ren aber wollten ein so hoffnungsvolles Mitglied nicht verlieren.
Der Probst desselben nahm ihn daher aus dem Kloster wieder zu-
rück, und schickte ihn, weil sein Haupt schon geschoren war, und er
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen