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Am 29. Dezember. 443
Heinrich versprach nicht nur, dem Erzbischofe und Allen, die feinet:
wegen verbannt waren, vollkommene Sicherheit zu verschaffen, son-
dern auch alles Unrecht, das sie erduldet hatten, gut zu machen,
insbesondere alle der Kirche zu Cantcrburi entrissenen Güter zurück-
zustellen, und die kirchlichen Rechte fürderhin nicht mehr zu kränken.
Wir dürfen glauben, daß diese Gesinnung des Königs aufrichtig ge-
wesen scy. Allein sie wurde bald wieder verändert, vorzüglich durch
die geschäftigen Umtriebe des Erzdischofs von Vork und des Bi-
schofs von London, welche die Rückkehr des heiligen Erzbischofs
nach England zu hintertreiben suchten, und weil dieses ihnen nicht
gelingen wollte, den König neuerdings gegen denselben reizten, und
von der Erfüllung der gemachten Versprechen abwendig machten.
Deß ungeachtet bestieg Thomas am 30. November 1170 ein Schiff,
und trat die Rückreise nach England an. Weil er Kunde erhielt,
daß zu Douwers auf Anstiften der vorbenannten Bischöfe Bewaff-
nete seine Landung verhindern sollten, so landete er zu Sandwich,
wo alsbald eine Menge Armer herzukamen, und frohlockend ausrie-
fen: „Gebenedeit scy, der da kommt im Namcn des Herrn — der
Vater der Waisen und Beschützer der Wittwen!" Unter Freuden-
thränen verlangten sie seinen Segen.
Am folgenden Tage setzte Thomas die Reise nach Lantevburi
fort. Unbeschreiblich war der Zulauf der Geistlichen und des Vol-
kes , und ganz vorzüglich der Armen, die von allen Orten herbei-
strömten und ihren hochverehrten Oberhirten sehen wollten. Zu
Canterburi wurde er mit einem Jubel empfangen, der sich nicht aus-
sprechen laßt. Die Bischöfe von York, Saresburi und London wa-
ren von dem Papste mit dem Kirchenbann belegt worden. Mit
Ungestüm verlangten sie nun, daß Thomas als päpstlicher Legat von
demselben sie losspreche. Er zeigte sich bereitwillig dazu, wenn sie
die von dem höchsten kirchlichen Oberhaupte gemachten Bedingungen
erfüllen würden. Dieses zu thun, hielt eben ihr stolzer Uebcrmuth
sie zurück. Vielmehr wendeten sie und ihre Anhänger Alles, sogar
die niederträchtigsten Verleumdungen an, den König Heinrich, und
dessen Sohn, den jungen König, sowie noch viele Andere gegen ihn
zu erbittern. Der heilige Mann blieb dabei ruhig, und behielt,
vertrauend auf Gott, frohen Muth, obgleich er seinen gewaltsamen
Tod voraussah, den er in der am hohen Lhristtage gehaltenen Pre-
digt bestimmt, und als schon nahe voraussagte, wobei das ganze
versammelte Volk zu weinen ansing. —
In der heftigsten Erbitterung, in welche der König Heinrich,
der um diese Zeit meistens in der Normandic sich aufhielt, durch
die vorerwähnten drei Bischöfe gegen den heiligen Erzbischof war
versetzt worden, fing er an, alle i.ene zu verfluchen, die er mit
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen