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460 Die Heiligen: Felir v. Valois und Johann v. Matha.
wollte, des Steuerruders, zerrissen die Segel, und überließen das-
selbe dem Spiele der ungestümmen Wellen, auf daß sie ein Raub
derselben würden. Johann setzte sein Vertrauen auf Gott, und er-
munterte auch die Andern dazu; ließ aber nichts unversucht, was
menschliche Kraft zur Rettung aus dieser gefahrvollen Lage thun
konnte. Aus seinem eigenen Mantel und aus den Mänteln seiner
Gefährten machte er Segel, und flehte dann voll Inbrunst zu Gott,
daß Er der Steuermann des Schiffes seyn wolle. Während der
Ucberfahrt kniecte er fast immer auf dem Verdecke des Schiffes mit
einem Kruzifir in der Hand, und verkündete Gottes Lob in liutem
Psalmgesange. Nach wenigen Tagen lief das Schiff glücklich in
dem Hafen von Asia, an der Mündung der Tiber, ein. Nicht we-
niger thätig und segensvoll, als Johann von Matha in Spanien
und Italien, wirkte Felix von Valois in Frankreich. Insbesondere
brachte er die Einrichtung eines Convents des neuen Ordens zu
Stande in Paris, an dem Orte, wo eine Kapelle stand, welche dem
heiligen Mathurin geweiht war. Daher bekamen die Trinitarier in
Frankreich auch den Namen Mathuriner.
Vor seinem Tode versammelte Felix seine Religiösen um sich,
ermähnte sie mit väterlichem Ernste zur Erfüllung der Gebothe Got-
tes , und zur Befolgung der Ordensregeln, ertheilte ihncn sei-
nen Segen, und gab dann, voll der Sehnsucht nach der Krone
des ewigen Lebens, seinen Geist auf am 20. Wintermonat des
Jahrs 1212.
Johann von Matha wandte die letzten Jahre seines gottseli-
gen Lebens an, in Rom die Gefangenen zu besuchen, die Kranken
zu trösten, und ihnen deizustehcn; den Armen in ihrer Noth zu
Hilse zu kommen, und das Wort Gottes zu predigen. Erschöpft
durch die fortwährenden Anstrengungen, die er in heiliger Liebe der
leidenden Menschheit gewidmet hatte, vollendete er die irdische Lauf-
bahn zu Rom am 21. Dezember 1213. Seine Leiche wurde in
der Kirche des heiligen Thomas begraben, und später nach Spanien
gebracht. Der Orden der Trinitarier, oder zur Auslösung der Ge-
fangenen , breitete sich auch nach dem Tode ihrer Stifter immer
mehr aus, besonders in Ital ien, Spanien und Frankreich. Durch
itjn wurden von Zeit zu Zeit viele Christen aus der harten Sklave-
rei der Ungläubigen befreit, und ihrem Vaterlande und ihren Ver-
wandten wieder gegeben; durch ihn unzählige Thränen getrocknet,
unzählige Menschen und Familien glücklich gemacht. Wie groß er-
scheint daher das Verdienst der Stifter desselben des heiligen Felix
von Valois, und des heiligen Johann von Matha? Mit Recht
steht ihr Andenken bei der Nachwelt im Segen. —
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen