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Am 14. August. 473
vielen Irrgläubigen die vertrauensvollste Verehrung in so hohem
Grade, daß er von den Städten Bezicrs, Commingcs und Const-
rans zum Bischöfe verlangt wurde. Er war aber nicht zu be^e-
gen, diesem Verlangen zu entsprechen, weil er fest entschlossen war,
seinem gegenwärtigen Berufe sein ganzes Leben zu widmen. Viel-
mehr ging er jetzt mit dem Gedanken um, einen besondern Orden
zu stiften, dessen vorzüglichste Bestimmung das Predigtamt seyn
sollte. Er begleitete im Jahre 1215 den Bischof Fulko zu einem
Concilium nach Rom. Da eröffnete er seine Gesinnung dem Papste
Innocenz I I I . , der ihn nach Toulouse zurückkehren , von den vor-
handenen Ordensregeln eine wählen, und sie dann zur Bestättigung
vorlegen hieß. Er hatte vorher schon einige Anhänger erlangt, un-
ter denen sich Peter Celan, und ein gewisser Thomas auszeichneten.
Peter überließ ihm sein schönes, unweit Toulouse gelegenes Haus,
und andere fromme Wohlthäter sicherten den Lebensunterhalt der
neuen Ordensgcnossenschaft, die sich sehr bald vermehrte. Domini-
kus nahm die Regel des heiligen Augustin an, machte aber einige
strengere Zusätze zu derselben; indem er das Stillschweigen, die Ent-
haltung vom Fleische, und eine Fasten von dem Festtage des heili-
gen Kreuzes bis Ostern einführte, und eine wollene, weiße Kleidung
vorschrieb. Diese Satzungen, und mit ihnen der neue Orden wur-
den von dem Papste Honorius I I I . , durch eine Bulle vom 22.
Christmonat 1216, bestättigt. Der Orden hatte sich bei seinem An-
fange schon, wie bereits bemerkt worden ist, zum vorzüglichsten
Zwecke die Belehrung der Irrgläubigen und Lasterhaften gemacht,
den Namen „Predigerorden" aber erst nach der besonders gemachten
päpstlichen Aneiferung, das Wort Gottes zu predigen, erhalten.
Wirklich hatte sich Dominikus während seines Aufenthaltes zu Rom
in dem Predigtamte so vortheilhaft ausgezeichnet, so großen Beifall
erlangt, und so häufige Früchte gccrndtet, daß ihn Gregor I I I . zum
Meister des heiligen Palastes einsetzte, welche Würde in der Folge
immer bei dem Dominikanerorden geblieben ist. Dominikus hielt
nun auch seine neuen Mitbrüder zum Predigtamtc an, und vertheilte
sie zu diesem Zwecke in verschiedene Provinzen. Dadurch ward der
Orden, der allenthalben reichliche Unterstützung erhielt, schnell ver-
breitet. Der Heilige kam nach Rom, wo er nach vermehrter An-
zahl seiner Brüder von dem heiligen Vater die Kirche des heiligen
3,'stus bekam, bei der er ein Kloster erbaute.
Am 31. Mai 1221 hielt er ein Ordenskapitel zu Bologna, in
welchem er acht seiner Brüder als eben so viele Provinzialen nach
Spanien, in die Provence, nach Frankreich, in die Lombardei, nach
Rom, Deutschland, Ungarn und England abordnete. Darauf hielt
cr sich noch einige Zeit in Bologna auf, wo er von seinen Freun-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen