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Am 31. August. 499
irdische Laufbahn vollendete, als er erst 36 Jahre alt war. Die
Geschichte erzählt, daß ihm die heilige Wegzehrung vor seinem Ende
auf wunderbare Weise, durch einen Engel, zu Theil geworden sey.
Sein Leichnam wurde an dem Orte, wo die oben erwähnte Kapelle
des heiligen Nikolaus stand, und wo nachher von dem heiligen
Petrus Nolaskus ein Kloster erbaut ward, beerdiget. —
„Glücklich ist derjenige, der seinem Leibe das Ueberflüssige ver-
sagt, und beständig einen geringen Tisch führt. Er stellt sich sicher
vor dem Anfalle vieler Uebel, wenn er sich Mäßigkeit im Essen und
Trinken zur Regel macht, und nur einer einfachen Kost den Vr zug
gibt. Die Natur ist mit Wenigem zufrieden, sie verschmäht den
Ucbersiuß, und damit sie lang frisch und gesund bleibe, verlangt sie
nicht viel, sondern wenig. Der Geist selbst wird in einem von vie-
len Speisen zu wohl gehaltenen Körper abgestumpft, und die besten
Gedanken werden in einem gefräßigen Leibe wie vergraben und er-
stickt. Durch Lüsternheit, durch Eßlust ist der Tod selbst in die
Welt eingegangen, von dem alle Adamskinder ohne Ausnahme ver-
schlungen und in Raub verwandelt werden."
Der heilige Edmund, Erzbischof von Canterburi.
(Am 16. November.)
Der hellige Edmund wurde in dem Flecken Abington, unweit
Oxford in England, geboren. Sein Vater, ein Kaufmann, hieß
Rainald Rich, und seine Mutter Mabilla. Beide waren im hohen
Graoe gottesfürchtig, und daher sehr ernstlich darauf bedacht, auch
ihre Kinder in der Furcht deö Herrn zu erziehen. Eduard entsagte,
mit Einwilligung seiner Gattin, der Welt, und verfügte sich in das
Kloster Fresham, wo er sein frommes Leben beschloß. Die Mutter
besorgte nun mit doppeltem Eifer die Erziehung der Kinder, von
denen Edmund das älteste war. Frühe gewöhnte sie diese zur
Selbstverläugnung und ließ in dieser Absicht ihn an den Freitagen
bei Brod und Wasser fasten. Nachdem er das erforderliche Alter
erreicht hatte, schickte sie ihn nach Paris zur Erlernung der Wissen-
schaften. Nebst vielen frommen Ermahnungen gab sie ihm bei sei-
ner Abreise auch einen Bußgürtel mit der Erinnerung, denselben
wöchentlich zwei- oder dreimal zu tragen, dadurch sowie auch durch
andere Werke der Abtödtung sein Fleisch zu kreuzigen, und vor
sündhafter Lust es zu bewahren. In gleicher Absicht empfahl sie
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen