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,',00 Der heilige Edmund, Erzbischof von Canterburi.
ihm das Gebeth, das er, zumal an Sonn- und Festtagen, nie ver-
säumen solle. Er befolgte die Erinnerungen der geliebten Mutter,
widmete sich mit rastlosem Fleiße den Wissenschaften, bewahrte sorg:
faltig die jungfräuliche Reinigkeit, die er auf Anrathen eines from-
men Priesters vor einem Bilde der heiligen Gottesmutter, welche er
zärtlich verehrte, gelobt hatte, und zeichnete sich aus in jeder Gott
gefälligen Tugend.
Eine Krankheit seiner Mutter veranlaßte ihn, Paris auf einige
Zeit zu verlassen, und in sein Vaterland zurückzukehren. Die Mut-
ter starb, nachdem sie ihn gesegnet, und ihm die Sorge für fti>n>
Geschwister dringend empfohlen hatte. Vr bemühte sich, seine
Schwester, weil sie es wünschte, in ein Kloster zu bringen. Bald
hernach ward ihm ein Kloster bekannt, welches arm war, und we-
gen seiner guten Zucht und Ordnung im besten Rufe stand. Da-
hin verfügte er sich, und erlangte von der würdigen Oberin mit
zuvorkommender Willfährigkeit die Aufnahme seiner Schwester. Nach-
dem Edmund die Familienangelegenheiten geordnet hatte, ging er
wieder nach Paris, die Studien fortzusetzen. Da fehlte es nicht an
schamlosen Menschen, welche der Tugend des edlen Jünglings, der
auch durch Wohlgestalt des Leibes ausgezeichnet war, Fallstricke leg-
ten. Er aber bewachte sehr strenge sich selbst, kraft,gte sich durch
Gebeth und andere gottselige Uebungen, vermied sorgfältig jede Ge-
fahr , leistete kräftigen Widerstand in aller Versuchung, beschämte
dadurch die Gottlosen, und vereitelte ihre sündhaften Anschläge, un-
ter dem Beistande der göttlichen Gnade, um die er unablässig flehte.
In den sogenannten freien Künste», zumal in der Neltweisheit, er-
langte Edmund so großen Ruhm, daß ihm das Lehramt in dersel-
ben übertragen wurde. In diesem neuen Berufe arbeitete er sehr
fleißig; versäumte dabei aber nicht die Uebungen der Gottseligkeit,
und ließ sich es sehr angelegen seyn, seine Schüler nicht allein in
Kenntnissen, sondern auch in der Gottesfurcht und Tugend zu bil-
den. Täglich widmete er einige Zeit dem Gebethe; täglich wohnte
er dem hochheiligen Opfer bei, zu welchen jene ihn begleiten muß-
ten. Sechs Jahre hatte er das Lehramt verwaltet, als er, — die
Geschichte sagt, aufgefordert von ftiner Mutter, die in einem nächt-
lichen Gesichte ihm erschienen sey, — den Entschluß faßte, den geist-
lichen Wissenschaften sich zu widmen. Er that's mit rastlosem Fleiße,
und verdoppelte jetzt auch die Uebungen der Andacht und der kör-
perlichen Abtödtung, um zu dem Priesterstande sich würdig vorzube-
reiten. Nicht nur besuchte er jetzt, wie zuvor, täglich die heilige
Messe, sondern war auch alle Morgen in der ihm nahe gelegenen
Kirche des heiligen Mederikus bei der Mette gegenwärtig. In we-
nigen Jahren hatte er in den geistlichen Wissenschaften solche Fort-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen