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5N8 Der heilige Petrus, Mönch :c.
in der Folge geschehen ist, und ich überlasse es dem Leser, ob er,
mit mir, glauben wolle, Gott habe durch den Mund dieses Abgöt-
terers, wie einst durch den Caiphas, eine Weissagung ausgesprochen.
Der Vater nahm indeß die Sache nicht so ernstlich, wie sein Bru-
der. Er ließ seinen Sohn die Schule fottdesuche», und schickte ihn,
als er größer war, zur Erlernung der höhern Wissenschaften nach
Bologna. Petrus machte in derselben große Fortschritte; aber noch
größere in Erkenntniß der christlichen Religion, der er nun aus voll:
kommener Ueberzeugung, mit unqetdeiltem Herzen huldigte. Seine
Unschuld wurde auf mancherlei Weise in Gefahr gesetzt. Er hatte
in Bewahrung derselben schwere Kampfe zu bestehen. Obgleich er,
gekräftiget durch die Gnade Gottes, bis daher immer siegreich aus
denselben hervorgegangen war, so faßte er doch, um noch größern
Gefahren zu entgehen, den Entschluß, die Welt zu verlassen, und
im Klostcrstande sein Heil zu suchen. Er war fünfzehn oder sechs-
zehn Jahre alt, als er in den Prcdigerorden, dessen Stifter, der
heilige Dominikus, jetzt noch lebte, aufgenommen wurde. Schon in
seiner Probezeit stellte er sich als helllcuchtendes Vorbild seiner Brü-
der dar, widmete sich dann mit dem besten Erfolge den geistlichen
Wissenschaften, empfing darauf die heiligen Weihen, und wurde end-
lich von seinen Obern mit dem Predigtamte, vorzüglich in der Lom-
bardei , beauftragt. Er wirkte in demselben mit einem Eifer und
mit einem Nutzen, welche allgemeine Bewunderung erregten, durch
ganz Italien ihn sehr berühmt machten, und seinen Predigten einen
überaus großen Zulauf verschafften. Mit überzeugender Beredtsam-
keit, und mit unwiderstehlichem Nachdrucke, der durch Wunderwerke
von Gott unterstützt wurde, widerlegte er die Irrthümer der neuen
Manicha'er, deren Sekte durch ihn aus verschiedenen Orten, nament-
lich aus Florenz, ganz vertilgt wurde.
Papst Gregor IX. bestellte ihn zum Inquisitor in der Lombar-
dei, welche mehr, als andere Provinzen Italiens, von dem verderb-
lichen Irrthume angesteckt war. Er verdoppelte nun seine Thätig-
keit , und bewirkte unter Andcrm bei dem Magistrate zu Mailand,
daß man die kirchlichen Verordnungen gegen die Ketzer auch zu
Staatsgcsetzen machte. All sein Bemühen war indessen doch nicht
im Stande, das Uebel in seiner Wurzel auszurotten. Es wurde
ihm deßhalb im Jahre 1251 von dem Papste Innoccnz IV, der
Auftrag gegeben, zu Cremona einen Kirchenrath zu halten, und in
demselben zu berathschlagen über die Mittel, durch welche der Irr-
glaube endlich ganz vertilgt werden könnte. Der papstliche Auftrag
verordnete ferner, daß mau gegen die halsstarrigen Ketzer nach der
Strenge der Kirchensatzungcn verfahren, die reumüthigen hingegen
mit Bewilligung des Bischofs lossprechen, und wider jene Herren
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen