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Am 29. April. 509
und Obrigkeiten, welche die Ketzer schützen würden, die Landesfürsten
zu Hilfe rufen soll. Diese, Manchen vielleicht zu hart scheinende
Maaßregel, findet ihre Rechtfertigung in dem Umstände, daß die
Grundsätze der bekämpften Irrlehre auch staatsverderblich, und die
Irrlehrer selbst den Rechtgläubigen, neben dem Bemühen, sie zu ver-
führen, mancherlei andere Drangsale verursachten.
Die Irrlehrer vermochten nicht, der Gründlichkeit der Vorstel-
lungen des Petrus zu widerstehen. Sie suchten deßhalb durch Wer:
läumdungen ihn zu verdunkeln, und scheuten sich nicht, in dieser
Absicht die Wunder, durch welche Gott die von seinem Diener aus-
gesprochene Wahrheit bekräftigte, für Werke des Satans auszu-
schreien. Im unwandelbaren Vertrauen auf den göttlichen Beistand,
erbot sich der apostolische Mann mehrmal zur Bestattigung der hei-
ligen Lehre in's Feuer zu gehen, wenn seine Gegner auf gleiche
Weise ihre Grundsätze erproben wollten. Allein dazu hatten diese
keine Lust; sondern kamen endlich, als sie ihre argen Absichten ge-
gen Petrus nicht erreichen konnten, auf den gottlosen Entschluß, ihn
durch Mord aus dem Wege zu räumen. Gott ließ die mörderischen
Anschläge offenbar werden seinem Diener, der zu Cesena bei einer
öffentlichen Versammlung vorhersagte, daß er nach Ostern von den
Ketzern würde umgebracht werden, und zu Mailand am 24. März
12.',2 in der Predigt vor einer unzähligen Menge Zuhörer laut aus-
sprach: „Es ist gewiß, daß die Ketzer meinen Tod beschlossen, und
in dieser Absicht Geld (den Mörder-Sold) bei Jemand schon hinter-
legt haben. Mögen sie ausführen, was sie im Sinne haben; nach
dem Tode werde ich ihnen größcrn Widerstand thun, als da ich
lebte." Bei der Entrichtung des hochheiligen Opfers unterließ er
nie, um die Gnade zu stehen, sein Leben für den Glauben zu opfern.
Nach der eben erwähnten, zu Mailand gehaltenen Predigt, kehrte er
nach Como, wo er Vorsteher des daselbst befindlichen Dominikaner-
klosiers war, zurück.
Gegen sein Leben hatten sich verschworen: Stephan, Schutz-
Herr der Kirche zu Alcate; Manfrcdi; Clitonus von Iussano; Guido
von Saccosella; Jakob von (5lusi und noch einige Andere. Zum
Vollzuge der schwarzen That waren gedungen ein gewisser Peter
Balsamo, und Albertin Porro, für 40 mailändische Lir's, welche
bei Thomas von Iussano hinterlegt wurden. Nach den Osterfeier-
tage» fragte Balsamo, der zu Como verweilte, täglich, wann Petrus
wieder nach Mailand reisen werde, und erfuhr endlich am (i. April,
daß derselbe früh Morgens schon dahin abgegangen sey. Er eilte
ihm nach, und holte ihn em zu Barlassine, in einem dicken Walde,
in dem er eben auch seinen laurende» Mordgenossen Albertinus ge-
troffen hatte. Sie liefen aus den Heiligen hinzu, und versetzten
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen