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5l2 Der heilige Ferdinandus, König von Kastilien lc.
leuchtung, und um den Segen von Obe». An scin,,'»! Hofe herrschte
ein anständiger Glanz; dabei war cr jedoch >vcit entfernt von einem
Aufwand und Gepränge, welche seine Unterthanen hätten beseufzen
muffen, und eben so weit von der Sucht, Schätze zu sammeln, an
denen die Schweißtropfen derselben klebten. Jedem schaffte er Recht.
Jeder, der es bedürfte, und würdig war, fand Hilfe und Unter:
stützung. Allen zeigte er väterliche Mllde, erboste Verbrecher aus:
genommen, die seine unerbittliche Stange empfinden mußten. Er
stellte sich dar als e>» Vorbild ächter Frömmigkeit und großer Tu:
gend, und ward dadurch ftin^n Volte zum höchsten Segen. Er
verehelichte sich zuerst mit Beatrir, der Tochter des römischen Kai:
sers und Herzogs von Schwaben, Philipp, dann, nachdem diese im
Jahre 1236 gestorben war, mit Johanna, einer Tochter des Si :
mons von Damartin, Grafen von Ponthieu. Gott beglückte ihn
mit mehreren Söhnen und Töchtern. Als Gatte und als Vater
hielt er sich fest an die Vorschriften der heiligen Religion, gleich
strenge in Beobachtung der ehelichen Treue, als sorgfältig in guter
Erziehung der Kinder.
Gegen das Ende des Jahrs 1230 starb Alphons, der König
von Leon, und nun tam auch die Regierung dieses Reiches an Fcr:
dinand, der als sein Sohn in derselben ihm nachfolgte. Mit der
Vergrößerung des Regierungsgeschäftes vermehrte der gute König
auch die Anstrengungen für die Wohlfahrt aller seiner, nun sehr
zahlreichen Provinzen. Schon als Regent von Kastilien hatte er
»nit eben so großem Muthe, als gutem Erfolge die Muselmänner,
von denen bio daher das Reich vielfaltig beunruhiget worden war,
bekämpft. Jetzt setzte er den Kampf, weil mit vergrößerter Macht,
mit noch größcrm Nachdrucke fort, und zerstörte die Herrschaft der-
selben zu Korduba, Iacn und Sevilla, und machte sich den König
von Granada zinsbar. Dazu ward er nicht geleitet von unedler
Herrschsucht, sondern von dem gottselige» Eifer für die heilige Reli-
gion , welche von den Ungläubigen auf alle mögliche Weise unter:
drückt, und für die Anhänger derselben, welche von ihnen sehr hart
behandelt wurden. Im Einverständnisse mit dem kirchlichen Ober:
Haupte wurden von ihm mehrere bischöfliche Sitze errichtet. Er er:
baute verschiedene Kirchen, versah sie mit den erforderlichen Einkünft
ten, und that außerdem zum Glänze des heiligen Glaubens Alles,
was in seiner Macht stand.
Im Jahr 1251 wollte er einen Zug nach Afrika gegen die
Muselmänner machen, weil von dorther denen, die in Spanien sich
noch behaupteten, die größte Hilfe kam. An der Ausführung hin:
derte ihn aber eine Krankheit, die ihn sein nahes Ende erwarten
ließ. Standhaft bei seinen edlen und gottesfürchtigen Gesinnungen,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen