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Am l2. August. 52t
Hyacinth und '".slaus wurden in Krakau unter allgemeiner
Frcudenbezeugung empfangen. I vo , der mehr als Andere, erfreut
war, wies ihncn cincn Aufenthaltsort bei der Drcifaltigkcitskirchc
an. MĂ€chtig erbaut durch die Predigten und durch den gottseligen
Wandel der neuen OrdenĂmĂ€nncr, machten die Bewohner der Stadt
bald Anstalt, ein groĂes Kloster herzustellen, auf daĂ mehrere Heils:
begierige Seelen in denselben eine ZufluchtsstÀtte fanden, und durch
sie dann das Heil vieler Andern befördert werde. Hyacinth stellte
sich dar, als Muster der strengsten Selbstverleugnung, der innigsten
Frömmigkeit, der tiefsten Demuth, der lautersten Liebe und des hoch:
stcn Eifers fĂŒr das Heil Aller, die durch den theuren Werth des
Blutes Jesu Christi erlöset sind. Fast immer war er in der Kirche
â entweder mit Predigen und andern geistlichen Verrichtungen be:
schÀftiget, oder im Gebethe und in heiliger Betrachtung vertieft.
Er hatte keine bestimmte StÀtte zur nÀchtlichen Ruhe, sondern legte
sich bald da, bald dort auf den harten Boden hin, wenn er seinen
mĂŒden Gliedern Erquickung durch einen kurzen Schlaf gestatten
muĂte. Jede Nacht kasteictc er seinen Körper, durch SchlĂ€ge mit
einem knotigen Stricke. Er fastete strenge, und genoĂ an vielen
Tagen nur Brod und Wasser. Nie lieà er sich ohne BeschÀftigung
finde». Predigen, Beichthören, geistliche Unterredungen, Belehrung
der BrĂŒder und Anderer; Krankenbesuch, Gebeth, geistliche Lesung
und Betrachtung wechselten bestÀndig miteinander ab. Das bei der
heiligen Dreifaltigkcitskirchc zu Krakau erbaute, groĂe Kloster ward
bald sehr zahlreich besetzt. Der Geist des heiligen Hyacinth, der
von Ecslaus krĂ€ftig unterstĂŒtzt wurde, theilte sich den BrĂŒdern mit,
unter denen sich Jakob Lreszenti, der mit seinem Oheim, dem (Zar-
dinal Creszenti aus Italien nach Polen gekommen war, vorzugs-
weise auszeichnete, und so ward die neue Ordensgcsellschaft zur heil-
samsten Erbauung, und zum gröĂten Segen, nicht allein fĂŒr die
Bewohner dcr Stadt Krakau, sondern auch aller umliegenden Ge-
genden, in welche die apostolischen MĂ€nner ihre Wirksamkeit verbrei-
teten. Der heilige Hyacinth beschrÀnkte seinen Eifer nicht auf Po-
len allein; sondern begab sich in die mitternÀchtlichen Landschaften
zu Völkern, die the,ls noch in den Finsternissen des Hcidenthums
lagen, theils in Spaltung und Ketzerei verstrickt waren. Nachdem
er auch hier groĂe Bekehrungen gemacht, viele seiner Bekehrten zur
Fortsetzung des angefangenen Werkes zurĂŒckgelassen, in Pommern,
PreuĂen, auf der Insel RĂŒgen und zu Danzig Klöster erbaut und
eingerichtet hatte, verfĂŒgte er sich nach DĂ€nemark, Schweden, Goth-
land und Norwegen, wo er allenthalben glÀnzende Beweise seines
apostolischen Eifers zurĂŒcklieĂ, kam hierauf nach Klcinreusscn, wo er
den Herrn dieses Landes, der Daniel hieĂ, mit der Kirche versöhnte,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton MĂ€tzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen