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322 Der heilige Hyacinth, Möncb des Predigcrordens.
und dann nach Großreussen, wo seine häufig?« Bekehrungen desto
merkwürdiger sind, weil er gegen das Heidenthum, gegen die Thor:
heitcn Mahumcds, und gegen die Irrlehren der abtrünnigen Grie:
chcn zu kämpfen, und noch dazu an dem Fürsten Wladomir einen
eben so heftigen, als mächtigen Gegner hatte. Durch einen Einfall
der Tartaren wurde er nebst seinen Amtsbrüdern aus diesem Reiche
vertrieben. Er kehrte deßhalb im Jahre 1241 nach Krakau zurück,
wo er aber nur zwei Jahre blieb, nach deren Umfiuß er von seinem
apostolischen Geiste wieder nach Dänemark, Preußen, Rußland, und
endlich bis in das Land der Camaner und in die Tartarei getrieben
wurde. Da soll er jenen Fürsten bekehrt haben, der im Jahre
1248 dem heiligen Ludwig, dem Könige von Frankreich, seine Macht
gegen die Sarazenen angeboten hat. Einige behaupten, er sey bis
in das chinesische Reich vorgedrungen. Gewiß ist, daß er auf seiner
Rückreise nach Polen in Rothrcussen geprcdiget, daselbst den Fürsten
Kolomann, und dessen Gattin Salome, bekehrt, und auch auf der
Insel Wollin, in Podolien und Lithauen das Evangelium verkünd«:
gct hat. Erst im Jahre 1257 kam er wieder nach Krakau.
Gott verschaffte seinem heiligen Worte Eingang in die Gcmü:
ther der Abgötterei und der Irrgläubigen, und bekräftige dasselbe
durch glänzende Wunder, die er durch seinen Apostel, den heiligen
Hyacinth, wirkte. Aus den vielen, welche in der Lebensgeschichte
des Heiligen erzählt werden, hier nur Eines. Im Jahre 1221
wollte Hyacinth die Reliquien des heiligen Etanislaus besuchen.
Auf dem Wege kam er zu einem Fluß, an dessen Gestade eine
Menge Menschen in tiefer Bestürzung um die Leiche eines Ertrunke:
nen herumstand. Als Folislcva, die Mutter des Todten, der Petrus
hieß, ihn erblickte, lief sie wcheklagcnd zu ihm hin, warf sich zu
seinen Füßen und bat um Hilft. Gerührt durch den Jammer der
trostlosen, ihres einzigen Sohnes beraubten Wittwe, flehte er mit
Inbrunst zu Gott, ergriff dann die Hand des Todten, und sprach:
„Petrus! Der Herr Jesus Christus, dessen Ruhm ich verkündige,
wolle durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria dich in's L«:
ben wieder zurückkehren lassen." Auf der Stelle ward der Todte
lebendig, pries Gott, und dankte dem frommen Hyacinth.
Reif an Jahren und an Verdiensten, entschlief der Diener Got:
tcs selig in dem Herrn zu Krakau, am 15. August 1257. Die
glänzenden Tugenden desselben und die Wunder, die er im Lcben
wirkte und die bei seinem Grabe geschahen, bewogen den Papst
Clemens VII I . seinen Namen im Jahre 1594 mit der gewöhnlichen
Feierlichkeit in die Zahl der Heiligen zu setzen.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen