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526 Die Heiligen: Petrus Nolaskus und Raymund :c.
Schildes — tragen dürften. Nach gecndigter Feierlichkeit führte
der König den Petrus Nolaskus mit den andern Ordcnsgliedern in
seinen Palast, dessen einen Theil er für sie zur Wohnung liatte ei»-
richten lassen. Sie wurden die Brüder von der heiligen Eulalia
genannt, weil die Kathedraltirche, in de^en Nahe sie wohnten, zu
Ehren der heiligen (Eulalia eingeweiht war, und beobachteten genau
die Satzungen, welche Raymund ihnen vorgeschrieben hatte, bis
Papst Gregor IV,, da er den Orden bestättigte, die Regel des hei:
ligen Augustin vorschrieb. Im Jahre 124!) ward ihnen von Petrus,
dem Bischöfe zu Barcelona, erlaubt, bei ihrem Hause am Meere
eine Kirche zu Ehren der Muttergottes zu erbauen. Nun nahm der
Orden, der sich schon in viele Länder verbreitet hatte, den Namen
„Maria von der Barmherzigkeit, oder von der Erlösung an."
Petrus Nolaskus war als Vorsteher des neuen Ordens der
erste unter den Brüdern, nicht bloß im Range, sondern auch im
Eifer, dem Dienste der Gefangenen sich zu widmen. Begleitet von
einem Ordensmitglicd reiste er zuerst in das Königreich Valencia,
welches die Sarazenen beherrschten, und bald darauf in das König-
reich Granada, und beglückte vier hundert Lhristensklaven mit der
Freiheit. Einige Zeit beschrankte er seine Anstrengung auf die Er:
lösung der Gefangenen in Spanien. Allenthalben wurden ihm große
Ehrenbezeugungen bewiesen. Diesen auszuweichen, und mehr, als
bis daher für seine bedrängten Brüder zu wirken und zu leiden,
faßte er den Entschluß, nach Afrira zu reisen, wo viele Rechtgläu-
bige vom Joche der Sklaverei noch schwerer, als in Spanien ge-
drückt wurden. Er erschien als ein tröstender und rettender Engel
unter den leidenden Brüdern, wendete Alles an zu iyrer Erleichte-
rung und Rettung, scheute keine Gefahr, und ließ durch kein Leiden
in semem Eifer sich zurückhalten. Er wurde beschuldiget, einigen
Ehristenstlaven zur Flucht behilflich gewesen zu seyn, deßhalb vor
Gericht geschleppt, und hart mißhandelt. Weil kein überzeugender
Beweis gegen ihn aufgebracht werden konnte, wurde er zwar ent-
lasse» , bot sich aber selbst zum Sklaven statt der Entlaufenen an,
auf daß nicht etwa Andere wegen diesem Vorfalle eine härtere Be:
Handlung erdulden müßten. Nach großen Drangsalen kam er, nicht
ohne besondere Leitung der göttlichen Vorsehung, wieder nach Bar-
celona zurück. Im Jahre 1249 legte er das Amt eines Ordensge?
nerals nieder, um in der Zurückgezogenheit und unter dem Gehor-
same, wie der geringste Religiös, zu leben. Er nahm die gemein-
sten und niedrigsten Dienste des Klosters auf sich, insbesondere auch
die Austheilung des Almosens an der Pforte, um desto mehr Gele-
genheit zu haben, mit den Armen umzugehen, und sie zu unterrich-
ten. Der eifrige Ordensmann wurde nicht allein von den christli-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen